Das Blut, wichtigstes Transportsystem unseres Körpers

Das Blut erfüllt in unserem Körper vielfältige Aufgaben. Es transportiert Sauerstoff aus der Lunge zu den verschiedenen Organen und bringt Nährstoffe, Abfallstoffe und Hormone an ihren Bestimmungsort. Auch die Abwehr von Krankheitserregern durch unser Immunsystem findet zum grössten Teil im Blut statt. Zudem sorgt das Blut bei Verletzungen dafür, dass die Wunde schnell verschlossen wird.

Der Blutkreislauf

Vom Herzen wird das Blut in immer feineren Adern bis in jedes Organ und jedes Gewebe transportiert. (Bild: CanStockPhoto)

Im Körper eines erwachsenen Menschen fliessen etwa 5–6 Liter Blut. Es wird in einem System von Blutgefässen transportiert, das insgesamt etwa 96‘000 km lang ist – das ist mehr als zweimal der Umfang der Erde!

Durch die sehr dünne Wände der Lungenbläschen dringt ein Teil der Luft, die Sauerstoffmoleküle, ins Blut. Im Blut werden die Sauerstoffmoleküle an die roten Blutkörperchen gebunden. (Bild: www.das-blut.ch)

Die Blutgefässe verzweigen sich auf ihrem Weg vom Herzen zu den Organen in immer feinere Adern. So erreichen sie jedes Gewebe des Körpers. Nur unsere Haare, die Zehen- und Fingernägel, die Hornhaut der Augen und der Zahnschmelz sind nicht durchblutet.

Ein weitläufiges Transportsystem

Das Blut sorgt dafür, dass alle Zellen des Körpers ausreichend „Brennstoff“ zur Energiegewinnung haben: Es bringt ihnen Sauerstoff und energiereiche Stoffe wie Traubenzucker. Das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung entsteht, wird wieder abtransportiert und durch die Lunge ausgeatmet. Ausserdem verteilt das Blut Mineralsalze und Vitamine im Körper und leitet Abfall- und Giftstoffe zu den Ausscheidungsorganen, vor allem in die Leber und die Nieren.

Die roten Blutkörperchen versorgen alle Zellen des ganzen Körpers mit Sauerstoff. Aus den Zellen nimmt das Blut das Kohlendioxid auf und trägt es zurück zu den Lungenbläschen. Das Kohlendioxid verlässt anschliessend beim Ausatmen den Körper. (Bild: www.das-blut.ch)

Abwehr von Krankheitserregern

Auch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten nutzen allerdings das Blut, um sich im Körper auszubreiten und zu vermehren. Wenn sie es schaffen, die Barriere der Haut oder Schleimhäute zu überwinden und in den Körper einzudringen, kann es zu einer Infektion kommen. Daher müssen sie so rasch wie möglich bekämpft werden.

Zu diesem Zweck zirkulieren die Zellen des Immunsystems in unserem Blut. Die weissen Blutkörperchen stellen dabei die „Polizei“ unseres Körpers dar. Zu dieser Polizei gehören die Granulozyten und Makrophagen, die eine allgemeine Abwehrreaktion auslösen. Man nennt sie auch Fresszellen, denn sie erkennen Eindringlinge im Blut und im Gewebe, nehmen sie in sich auf und zerstören sie. Diesen Vorgang bezeichnet man als Phagozytose.

Andere Zellen der Blut-Polizei, die verschiedenen Typen von Lymphozyten, setzen spezifische Abwehrreaktionen in Gang. Helferzellen merken sich die Struktur auf der Oberfläche des Krankheitserregers und geben diese Information an andere Zellen weiter. Plasmazellen beginnen daraufhin, gezielte Waffen gegen den Eindringling zu produzieren: die Antikörper. Killerzellen zerstören Körperzellen, die bereits von einem Erreger befallen wurden, so dass sich dieser dort nicht weiter vermehren kann. Und Gedächtniszellen sorgen schliesslich dafür, dass sich der Körper über lange Zeit an eine Infektion erinnert und die Immunreaktion beim nächsten Mal viel schneller geschieht. Dank ihnen wird man gegen gewisse Krankheiten immun, man macht sie also nur einmal im Leben durch.

Wenn ein Blutgefäss verletzt wird, lagern sich Blutplättchen an die verletzten Gefässzellen an und geben gleichzeitig Gerinnungsfaktoren ab. Diese Botenstoffe setzen die Gerinnungsreaktion in Gang. Es werden ausserdem Fibrinfasern gebildet, welche die Kruste aus Blutplättchen verstärken. (Bild: www.das-blut.ch)

Wunden verschliessen und Blutverlust vermeiden

Noch besser ist es natürlich, wenn Krankheitserreger erst gar nicht in den Blutkreislauf eindringen können. Daher versucht der Körper bei Verletzungen, die Wunde so rasch wie möglich zu verschliessen. Das Blut gerinnt also und bildet eine Kruste, die erst abfällt, wenn das Blutgefäss und die Haut darüber wieder verheilt sind. An der Blutgerinnung ist ein weiterer Typ von Blutzellen beteiligt, die Blutplättchen. Ausserdem braucht es verschiedene Gerinnungsfaktoren, das sind Proteine in der Blutflüssigkeit (auch Blutplasma genannt).

Stark blutende Wunden müssen zusätzlich verbunden werden, denn ein Blutverlust von mehr als zwei Litern kann tödlich sein. Bei solchen Verletzungen ist im Anschluss oft eine Bluttransfusion nötig. Es gibt auch Krankheiten, bei denen die Blutgerinnung gestört ist; in solchen Fällen müssen zusätzliche Gerinnungsfaktoren gegeben werden, zum Beispiel durch eine Transfusion von Blutplasma.

Möchtest du noch mehr über das Blut und seine Aufgaben erfahren? Viele wissenswerte Infos findest du im Video über das Blut und in der Broschüre "Das Blut" von Blutspende SRK Schweiz.

Quellen:
Redaktion SimplyScience.ch
Blutspende SRK Schweiz (www.das-blut.ch), kiknet.ch/kik AG

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