Woraus besteht eigentlich Blut?

Blut besteht zu einem grossen Teil aus Wasser. Darin sind zahlreiche Stoffe gelöst, zum Beispiel Zucker, Salze, Eiweisse und Hormone. In der Blutflüssigkeit schwimmen die verschiedenen Arten von Blutzellen oder "Blutkörperchen", die jeweils ihre eigenen, äusserst wichtigen Funktionen im Körper haben.

Blutzellen

Rote und weisse Blutkörperchen (Bild: CanStockPhoto)

Wenn man eine Blutprobe in einem durchsichtigen Gefäss stehen lässt, erkennt man nach einer Weile, dass sich das Blut in verschiedene Bestandteile auftrennt. Diesen Prozess kann man noch beschleunigen: In einer Zentrifuge, einem Karussell-ähnlichen Apparat, werden die Blutproben sehr schnell gedreht.

Blutprobe

Eine Blutprobe vor (links) und nach der Zentrifugation (rechts). Bild: JHeuser/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Dabei sammeln sich die schweren Bestandteile des Blutes am Boden des Gefässes, vor allem rote Blutkörperchen. Darüber liegt eine dünne Schicht von weissen Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Die oberste, gelbliche Schicht nennt man Blutplasma. Sie enthält Wasser und darin gelöste Stoffe.

Rote Blutkörperchen: Die Erythrozyten

Erythrozyten sind die zahlreichsten Blutzellen. Für ihre Farbe verantwortlich ist der rote Farbstoff Hämoglobin, ein Eiweiss („erythros“ = griechisch „rot“, „zytos“ = „Zelle“). Mit Hilfe des Hämoglobins können die Erythrozyten den lebensnotwendigen Sauerstoff binden und von der Lunge durch den Körper transportieren. Die Bindung des Sauerstoffs erfolgt dabei über Eisenatome, die dem Eiweiss Hämoglobin ausserdem seine rote Farbe geben. Erythrozyten entstehen im Knochenmark. Unter dem Lichtmikroskop erkennt man sie an ihrer charakteristischen Form: runde Scheiben, die oben und unten etwas eingedellt sind. Sie besitzen keinen Zellkern.

Weisse Blutkörperchen: Die Leukozyten

Im Gegensatz dazu haben die Leukozyten („leukos“ = griechisch „weiss“) einen Zellkern und können sich selbstständig fortbewegen. Sie sind verantwortlich für die Abwehr von Krankheitserregern und die Vernichtung von abgestorbenen Zellen oder Verunreinigungen in der Blutbahn. Man unterteilt sie in drei Gruppen: Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten.

Bestandteile des Blutes

Die Bestandteile des Blutes (Bild: www.das-blut.ch)

Granulozyten werden aktiv, wenn Fremdkörper eine Entzündung oder Infektion in unserem Körper auslösen. Monozyten sind „Fresszellen“, die Eindringlinge wie zum Beispiel Bakterien in sich aufnehmen, verdauen und auf diese Weise beseitigen. Danach geben sie Informationen über die Merkmale der Eindringlinge an die Lymphozyten weiter, so dass diese gezielt reagieren können.

Lymphozyten sind das Zentrum des Immunsystems und für die gezielte Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Als „Killerzellen“ vernichten sie infizierte Körperzellen, als „Plasmazellen“ bilden sie Antikörper gegen die Eindringlinge. Einige von ihnen werden zu „Gedächtniszellen“, die noch nach vielen Jahren bei einer erneuten Infektion mit demselben Erreger rasch wieder eine Abwehrreaktion auslösen können.

Blutplättchen: Die Thrombozyten

Thrombozyten sind keine richtigen Zellen, sondern eine Art „Bruchstücke“. Sie sorgen dafür, dass das Blut innerhalb der Blutgefässe bleibt. Alle Verletzungen werden von ihnen sofort zugeklebt. Das sehen wir, wenn wir unsere Hautoberfläche verletzen und das austretende Blut sofort gerinnt und die Wunde verschliesst. An diesem Prozess sind auch sogenannte Gerinnungsfaktoren beteiligt, die in der Blutflüssigkeit gelöst sind. Die Gerinnung des Blutes stoppt die Blutung und verhindert, dass Schmutz oder Krankheitserreger in den Körper eindringen.

Die Blutflüssigkeit, das „Plasma“

Alle Blutzellen schwimmen im Blutplasma, das zu 90% aus Wasser besteht. Darin gelöst sind neben Gerinnungsfaktoren auch Stoffe wie Zucker, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Hormone. Das Blut ist das Transportmittel, das diese lebensnotwendigen Stoffe von einem Ort im Körper zum anderen bringt.

Quellen:
Redaktion SimplyScience.ch
Blutspende SRK Schweiz (www.das-blut.ch), kiknet.ch/kik AG

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