Wie entstanden die ägyptischen Mumien?

Die Ägypter machten ihre Verstorbenen „haltbar“, indem sie die Körper von den Organen trennten, trockneten, einbalsamierten und in Binden einbanden.

Diese ägyptische Mumie ruht schon mehrere Tausend Jahre in ihrem Sarg

Diese ägyptische Mumie ruht schon mehrere Tausend Jahre in ihrem Sarg. Bild: Scott Rothstein/Shutterstock.com

Mit flatternden Bandagen und steifen Bewegungen machen Mumien als „Untote“ zahlreiche Horrorfilme unsicher. In Wirklichkeit jedoch sind Mumien tote Körper, die konserviert wurden, um für lange Zeit nicht zu verwesen – bewegungslos natürlich.

Der Kampf gegen die Mikroorganismen

Die alten Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod. Deshalb war es wichtig, dass die Seele auch im Jenseits einen Körper zur Verfügung hatte. Doch normalerweise wird ein Körper bald nach dem Tod von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen befallen. Diese prosuzieren Enzyme, mit denen sie Haut, Fleisch und Organe auflösen und „verspeisen“. Auch der tote Körper selbst setzt Enzyme frei, um die eigene Zersetzung zu beschleunigen. Bestimmte Bedingungen wie trockenes, heisses Klima oder andauernde Kälte können diesen Prozess allerdings verlangsamen, da dann die Mikroorganismen weniger aktiv sind.

Viele Völker haben Techniken entwickelt, um „künstliche“ Mumien herzustellen. Die Mumien der alten Ägypter sind dabei eindeutig die berühmtesten und am besten erforschten.

Organe und Gehirn wurden entfernt

Zuerst entfernten die alten Ägypter die inneren Organe aus der Bauchhöhle der Leiche, da dort sonst der Verwesungsprozess beginnt. Das Herz liessen sie dabei meistens im Körper, da es als „Sitz des Wissens“ galt. Nicht so das Gehirn. Mit einem Haken wurde das Siebbein (ein Knochen der Gehirn und Nasenhöhle trennt) durchbrochen. Anschliessend konnte die Gehirnmasse durch das Nasenloch ausfliessen.

Nun wurden die Organe separat getrocknet und in Krügen aufbewahrt.

Trocknen, einbalsamieren, bandagieren – fertig ist die Mumie

Die alten Ägypter behandelten den Toten etwa 70 Tage lang mit verschiedenen Natronsalzen. Das Natron entzieht dem Körper Wasser und trocknet ihn aus. Die meisten Mikroorganismen mögen ein feuchtes, warmes Klima. Ein ausgetrockneter Körper widersteht der Verwesung also viel besser.

Dann wurde die Bauchhöhle gereinigt und mit Leinen, Sägespänen, Ölen, Harzen, Myrrhe und anderen Stoffen gefüllt. Die Haut wurde ebenfalls mit Öl einbalsamiert, so gewann sie ihre Elastizität zurück.

Zum Schluss wurde der Körper zusammen mit Amuletten und anderen wertvollen Gegenständen mit Leinenbinden einbandagiert. Die Mumie wurde dann noch mit einer Totenmaske ausgerüstet und in einen Sarg gelegt, so dass sie ein gutes Leben im Jenseits führen konnte.

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