Was passiert bei einer Impfung?

Bei einer Impfung werden dem Körper abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger oder Toxine (giftige Stoffe) zugeführt, die eine Immunreaktion auslösen. Der Körper wird dadurch auf den Erreger vorbereitet, so dass bei einem realen Kontakt mit diesem die körpereigene Abwehr schneller aktiviert wird.

Impfung

Bild: CanStockPhoto

Hast du als Kind Krankheiten wie Masern oder Mumps durchgemacht? Die Viren, die diese Krankheiten verursachen, wurden dabei von deinem Immunsystem bekämpft und vernichtet. Faszinierend dabei ist, dass du nun dein Leben lang nicht mehr an Masern oder Mumps erkranken wirst. Denn du bist immun gegen diese Krankheitserreger.

Die Immunreaktion und das Immunsystem

Aber wieso ist man immun? Unser Immunsystem besteht aus einer Vielzahl verschiedener Zellen, die alle eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Dringen Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Pilze in unseren Körper ein, so beginnen die Immunzellen im Körperinneren den Kampf gegen die Eindringlinge. Sogenannte Fresszellen nehmen die Eindringlinge in sich auf und zerkleinern („fressen“) sie. Die Bruchstücke der Krankheitserreger präsentieren sie weiteren Zellen des Immunsystems.

Die präsentierten Bruchstücke - Antigene genannt – sind das Signal für weitere Zellen der Immunabwehr, um in einen aktiven Zustand über zu gehen. Diese Zellen, die T- und B-Lymphozyten, haben ganz spezifische Aufgaben bei der Vernichtung der Erreger. T-Lymphozyten können zum Beispiel durch die Ausschüttung bestimmter Substanzen infizierte Zellen abtöten. Ausserdem alarmieren sie sogenannte B-Lymphozyten, die Antikörper gegen den Erreger produzieren. Antikörper sind Proteine, welche sich an den Erreger binden und ihn dadurch unschädlich machen. Des Weiteren markieren sie den Erreger und sorgen so dafür, dass Fresszellen den Erreger beseitigen.

Impfung und das Immungedächtnis

Das wirklich Tolle am Immunsystem ist, dass sich bestimmte Zellen an den Krankheitserreger erinnern können. Diese Gedächtniszellen (spezialisierte B-Lymphozyten) werden bei einer erneuten Infektion mit dem gleichen Erreger sofort aktiviert. Dadurch können sie innerhalb nur weniger Stunden die Immunreaktion gegen den Erreger auslösen, wodurch das Ausbrechen der Infektion verhindert wird. Genau dieser Trick des Immunsystems wird bei einer Impfung ausgenützt!

Bei einer aktiven Impfung werden dem Körper abgeschwächte oder tote Erreger oder nur Bruchstücke davon verabreicht. Ebenfalls möglich ist die Verabreichung eines nicht aktiven Giftes, wie beispielsweise bei der Tetanus-Impfung. Dadurch wird der Mensch nicht krank, aber sein Immunsystem reagiert dennoch auf die Fremdkörper. Die Immunabwehr bildet, wie oben beschrieben, Antikörper und kämpft gegen die Fremdkörper, und nach erfolgreichem Kampf bleiben die Gedächtniszellen zurück. So kann der Körper bei einer Neuinfektion mit dem Erreger sofort reagieren und man wird nicht krank.

Weit seltener ist die passive Impfung mit Antikörpern. Dabei werden Antikörper direkt gespritzt, wodurch der Körper sie nicht selbst produzieren muss. Diese passive Impfung hält nur wenige Wochen und wird nur in Notfällen angewendet, also wenn der Körper schon mit dem Erreger infiziert ist. Beispielsweise wird die passive Impfung nach dem Biss eines Wildtieres oder Hundes angewendet, wenn der Verdacht besteht, dass dadurch die Tollwut übertragen wurde.

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