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Lebensmittelmikrobiologie

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Unser Darm lebt!

Im Darm befinden sich etwa 10mal so viele Mikroorganismen, wie der menschliche Körper Zellen hat! Der grösste Teil davon, etwa 99 Prozent, sind Bakterien.

Das bekannteste Darmbakterium ist Escherichia coli.

Das bekannteste Darmbakterium ist Escherichia coli. Sehr viele biologische Labors forschen mit Varianten dieses Bakteriums. Bild: Juan Gaertner/Shutterstock.com

Keine Sorge, die meisten der Mitbewohner in unserem Darm sind nicht gefährlich. Ganz im Gegenteil – diese Mikroorganismen sind sogar äusserst wichtig!

Sie helfen nämlich bei der Verdauung von verschiedenen Lebensmitteln mit. Viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe könnten wir ohne Bakterien überhaupt nicht verdauen. So helfen zum Beispiel Bakterien beim Abbau von Laktose (Milchzucker).

Darmbakterien stellen für uns auch das lebenswichtige Vitamin K her. Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung. Hat man zu wenig davon, ist das Blut zu flüssig: Wunden heilen schlecht, und es kann zu Blutungen kommen.

Die Mikroorganismen im Darm sind auch an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt und sind wichtig für ein starkes Immunsystem. Sie verhindern nämlich, dass sich andere schädliche Bakterien im Darm ausbreiten können.

Wir profitieren also von den Bakterien und die Bakterien profitieren von uns: Bakterien helfen bei der Immunabwehr und der Verdauung, und unser Darm bietet den Mikroorganismen einen idealen Lebensraum mit vielen Nährstoffen. Dieses Prinzip nennt man eine Symbiose.

Die Darmflora entwickelt und verändert sich

Im Mutterleib kommt ein Baby noch nicht mit Bakterien in Kontakt. Doch bereits kurz nach der Geburt beginnen Bakterien, den Darm zu besiedeln Langsam entsteht eine ausgeglichene Darmflora, aber bis dieser Prozess abgeschlossen ist, sind das Immunsystem und das Verdauungssystem eines Neugeborenen noch nicht ausgereift. Weil Neugeborene noch keine vollständige Darmflora haben, gibt man Babys in der Schweiz nach der Geburt Vitamin K. So wird gegen allfällige Blutungen vorgebeugt.

Unsere Darmflora wird dadurch beeinflusst, was wir essen. Deshalb können Lebensmittel, welche das Wachstum von nützlichen Organismen im Darm fördern, unsere Abwehrkräfte stärken (Functional Food).

Übrigens ist der Begriff DarmFLORA eigentlich falsch. Das Wort „Flora“ bedeutet nämlich „Pflanzenwelt“. Früher dachte man, dass Bakterien und Pilze zu den Pflanzen gehören. Eigentlich gehören sie aber weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren, sondern bilden eine eigene Kategorie. Richtig wäre also der Begriff „Darmmikrobiota“, welcher in der Biologie verwendet wird.

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