SimplyScience-Sonderpreisträger zu Gast im Forschungslabor

Der Tessiner Andrea Agazzi hat 2010 bei Schweizer Jugend forscht eine Auszeichnung erhalten und zusätzlich den SimplyScience-Sonderpreis gewonnen: einen einwöchigen Forschungsaufenthalt in einer grossen Firma. Bei Roche in Basel konnte er jetzt seine Laborerfahrung ausbauen - und hat auch sonst noch einiges erlebt.

Die Arbeit im Labor kannte Andrea schon von seinem Forschungsprojekt für Schweizer Jugend forscht

Die Arbeit im Labor kannte Andrea schon von seinem Forschungsprojekt für Schweizer Jugend forscht - aber bei Roche konnte er doch noch etwas dazulernen.

Und der Oscar geht an…  Beim 44. nationalen Wettbewerb von "Schweizer Jugend forscht" ging es vielleicht nicht ganz so glamourös zu wie bei den Oscar-Verleihungen, doch die Freude über einen Sieg ist bei den experimentierfreudigen Jugendlichen vermutlich nicht geringer, als bei den namhaften Schauspielern Hollywoods – selbst wenn keine gut inszenierten Tränen fliessen. Schliesslich ist solch ein Erfolg der Lohn für viel Fleiss und kann auch als Türöffner für eine Karriere dienen – oder zumindest viele neue Erfahrungen bescheren.

Seit er die Auszeichnung von "Schweizer Jugend forscht" und den SimplyScience-Sonderpreis erhielt, hat sich bei Andrea Agazzi einiges getan.
Seit er die Auszeichnung von "Schweizer Jugend forscht" und den SimplyScience-Sonderpreis erhielt, hat sich bei Andrea Agazzi einiges getan.

Einer der Gewinner 2010 war Andrea Agazzi, der zusammen mit seinem Freund und Mitschüler Mauro Salazar einen Preis in der Kategorie Chemie/Biochemie/Medizin einfuhr. Diesen erhielten sie für ihre Arbeit mit dem Titel: ’Nanotechnologie aus natürlichem Gewebe – Realisierung katalytischer Systeme mit hoch aktiven Oberflächen aus schwammigen Knochen’.

Mit dem Prädikat ’hervorragend’ bewertete die wissenschaftliche Fachjury die Geistestat der Beiden. Neben der Auszeichnung gab eseinen Barpreis von 1000 Franken pro Kopf und einen einwöchigen Forschungsaufenthalt bei Roche für Andrea Agazzi sowie eine Studienwoche bei BASF für seinen Partner. Gesponsert wurden die Preise von SimplyScience, einer Initiative die auch vom Verband der chemisch-pharmazeutischen Industrie in der Schweiz (SGCI) unterstützt wird.

Doch warum ist die Arbeit, die im Rahmen der Matursprüfung entstanden ist, so hervorragend? Mit der Arbeit haben die Jungforscher bewiesen, dass natürliches Gewebe als technologisches Objekt genutzt werden kann. «Wir haben damit einen Katalysator entwickelt, der auch für die chemische Industrie wichtig sein könnte», erklärt Andrea Agazzi.

Mitte Januar löste er einen Teil seines Gewinns ein und besuchte Roche Basel. Hier durfte er in den Labors während fünf Tagen auch selbst Hand anlegen. Nach einer ersten Einführung konnte er bereits am zweiten Arbeitstag eine Reaktion selbständig durchführen. Sein Arbeitsplatz befand sich im Bau 92. Ihm wurde aber auch die Möglichkeit geboten, weitere Forschungsstätten bei Roche, wie etwa das Hydrierlabor im Bau 62, zu besichtigen.

«In solch eine grosse Firma zu blicken war eine tolle Chance für mich, Neues zu lernen», sagt er und ergänzt. «Ich war insbesondere von dem 3D-Printer begeistert. Diese unglaubliche Technologie habe ich vorher nicht gekannt.»

Andrea Agazzi, sein Projektpartner und Mit-Preisträger Mauro Salazar und das Gastgeber-Team bei einem Stadtbummel in Basel

Andrea Agazzi (4. v. l.), sein Projektpartner und Mit-Preisträger Mauro Salazar (2. v. l.) und das Gastgeber-Team bei einem Stadtbummel in Basel - hier vor dem historischen Rathaus am Marktplatz.

Auch eine Führung durch die Basler Altstadt bot Gelegenheit, Neues kennen zu lernen.Diesmal aber im historischen, kulturellen und unterhaltsamen Bereich.

Das Kollegienhaus der Universität Basel kannte Andrea Agazzi bereits von der Preisverleihung des nationalen Wettbewerbs im vergangenen Jahr. Die alte Universität von Basel am Rheinsprung kannte er jedoch noch nicht. Ebenso wie die Innenansicht des Basler Rathauses. Es wurde ihm auch die Flüsterrille am Münster gezeigt, die leises Sprechen wie ein Sprachrohr verstärkt.

Rückblickend auf den gesamten Studienaufenthalt ist ihm vor allem eines in Erinnerung geblieben. «Hier hat man sich wirklich sehr für mich interessiert und sich um mich gekümmert. Das war nicht bei allen Praktika so war, die ich vorher gemacht habe.»

Quelle (Text und Bilder): Roche Nachrichten

P. S.: Ausser dem SimplyScience-Sonderpreis erhielten Andrea Agazzi und Mauro Salazar bei der SJf-Preisverleihung 2010 einen weiteren Sonderpreis: die Gelegenhiet, ihr Projekt am European Union Contest for young Scientists (EUCYS) in Lissabon vorzustellen. Auch dort räumten sie ab, und erhielten im September 2010 den Sonderpreis des Europäischen Patentamtes für Originalität

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