Das Gift der Bienen

Barfuss über eine Blumenwiese zu gehen kann ganz schön schmerzhaft sein: Unversehens tritt man auf eine Biene und trägt einen Stich davon!

Bienen stechen niemals ohne Grund

Bienen stechen niemals ohne Grund. Solange sie sich nicht bedroht fühlen und man genau weiss, wie man sie behandelt, kann man sie sogar auf der Hand spazieren tragen wie dieser Bienenzüchter. Bild: darios/Shutterstock.com

Bienen fühlen sich nämlich bedroht von zutretenden Füssen. Ihre einzige Waffe ist ihr Stachel, der sich in die Fusshaut bohrt und Gift hineinpumpt. Die Biene stirbt dabei – darum greift sie auch nie grundlos an.

Ein „Heldentod“ für den Bienenstock

Honigbienen sind staatenbildend. Das heisst, viele Tiere leben zusammen in einem Bienenstock und teilen sich Arbeiten wie Futtersuche oder Brutpflege. Der Bienenstock ist also Vorratslager und Heimat des ganzen Bienenvolkes und muss mit allen Mitteln gegen Honigdiebe und andere Gefahren verteidigt werden. Sticht eine Biene zu, stirbt sie einen „Heldentod“, um mit ihrem Angriff den Bienenstock und die anderen Bienen zu schützen.

Widerhaken machen den Stachel zur gefährlichen Waffe

Nur weibliche Bienen können stechen, denn der Giftstachel hat sich ursprünglich aus einem Stachel zum Eierlegen entwickelt. Der Stechapparat sitzt am Hinterleib der Biene und der Stachel besitzt kleine Widerhaken. Hat der Bienenfeind elastische Haut (wie zum Beispiel Bären oder andere Säugetiere), bleibt der Stachel dank den Widerhaken in der Haut stecken. Wenn die Biene sich befreien will, reisst sie sich den Stachel mitsamt Giftblase und Muskeln aus dem Hinterleib und stirbt kurz darauf. Der giftige Stachel bohrt sich dabei noch tiefer in die Wunde hinein.

Die Honigbienen müssen sich auch gegen andere Insekten schützen. Diese besitzen jedoch keine elastische Haut, sondern haben einen harten Panzer aus Chitin. Bei einem Angriff bleibt hier der Bienenstachel nicht stecken und die Biene lebt weiter.

Eine Biene kommt selten allein ...

Im Hinterleib der Biene befinden sich Giftdrüsen, wo das Gift hergestellt wird. Aufbewahrt wird es in der Giftblase, damit es bei einem Angriff sofort über den Stachel in den Feind gepumpt werden kann. Das ist ganz schön schmerzhaft: Bienengift enthält viele verschiedene Eiweisse, die eine Entzündung verursachen und die Haut anschwellen und rot werden lassen.

Aber ein Bienenstich tut nicht nur weh, er dient auch zur „chemischen Markierung“ des Feindes. Im Gift hat es nämlich sogenannte Alarmpheromone – das sind kleine Teilchen, die die anderen Bienen anlocken und ihnen mitteilen, dass ein Feind in Anmarsch ist. Der Honigdieb wird dann von einem ganzen Schwarm wütender Bienen vom Bienenstock verjagt.

Ein Bienenstich ist zwar schmerzhaft, aber für die meisten Menschen ungefährlich

Ein Bienenstich endet für andere Insekten meistens tödlich. Für grosse Säugetiere wie den Menschen ist die Menge des Giftes jedoch zu gering, und wir leiden „nur“ ein paar Tage an dem geschwollenen, schmerzhaften Stich. Wenn man gestochen worden ist, sollte man zuerst den Bienenstachel mit einem Fingernagel abkratzen und dann die Stelle gut und lange kühlen. Auch Hausmittelchen wie Zucker, vermischt mit dem eigenen Speichel, scheinen Schmerz und Schwellung zu lindern.

Gefährlich wird’s, wenn die Biene in den Mund oder Hals gestochen hat. Das Gewebe schwillt schnell an und man kann sogar daran ersticken, wenn man nicht sofort zu einem Arzt geht.

Ein kleiner Teil der Bevölkerung hat eine Bienengift-Allergie, für diese ist ein Bienenstich besonders gefährlich. Sie müssen mit Notfallmedikamenten ausgerüstet sein.

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