Das Ebolavirus

Das Ebolafieber ist seit rund 40 Jahren bekannt, doch bisher gab es nur sporadische Ausbrüche mit wenigen Hundert Fällen in Zentralafrika. Die Epidemie von 2014 betrifft jedoch nach einem halben Jahr bereits Tausende von Menschen in mehreren Ländern Westafrikas, fordert täglich weitere Tote und hat besorgniserregende Folgen für Wirtschaft und öffentliches Leben.

Ebolavirus

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Ebolavirus. Das Ebolavirus hat eine fadenförmige Gestalt und ist manchmal U-förmig gebogen. Das Virus kann zwischen 1'000 bis 14'000 Nanometer lang sein und der Durchmesser beträgt 60 bis 80 Nanometer (ein Nanometer (nm) ist der millionste Teil von einem Millimeter, also 0,000001 mm). Bild: CDC/Cynthia Goldsmith, Wikimedia Commons

Das Ebolavirus ist der Erreger der Infektionskrankheit Ebola, die auch unter dem Namen Ebolafieber bekannt ist. Je nach Virusstamm verläuft die Krankheit in 50–90% der Fälle tödlich. Bei dem derzeitigen Ausbruch von Ebola sind hauptsächlich Länder in Westafrika betroffen (Guinea, Liberia, Nigeria, Sierra Leone und Senegal), und bei dem Ausbruchsstamm handelt es sich um einen der Subtypen der Virusspezies Zaire-Ebolavirus (ZEBOV). Rund die Hälfte der infizierten Menschen ist an der Krankheit bisher gestorben.

Der Name des Ebolavirus und der Krankheit geht auf den Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zurück. In dieser Region kam es 1976 zum ersten allgemein bekannten Krankheitsausbruch, der auf das Ebolavirus zurückgeführt werden konnte.

Ebola: Symptome

Zu den klassischen Symptomen gehören Kopfschmerzen und gerötete Augen, Fieber, Appetitlosigkeit und innere Blutungen. Es kann aber auch zu Muskelschmerzen und -schwächen, Gelenkschmerzen und Durchfall kommen. Bild: Mikael Häggström, Wikimedia Commons

Krankheitsbild von Ebola

Nach der Infektion mit dem Ebolavirus dauert es 2 bis 21 Tage, bis die ersten Symptome sichtbar werden (Inkubationszeit). Zunächst treten bei den infizierten Personen grippeähnliche Symptome auf. Das heisst, dass die Betroffenen unter Fieber und Unwohlsein sowie Kopf- und Gliederschmerzen leiden. Im weiteren Verlauf der Krankheit treten Durchfall und Erbrechen auf, und es kommt schliesslich zum sogenannten hämorrhagischen Fieber. Das hämorrhagische Fieber umfasst hohes Fieber (> 38,5 °C) sowie Störungen der Leber- und Nierenfunktion. Ausserdem kann es zu starken Störungen der Blutgerinnung kommen. Dadurch treten spontane Blutungen auf, zum Beispiel am Zahnfleisch, im Magen-Darmtrakt oder an Einstichstellen von Spritzen. Zusätzlich kann es zu inneren Blutungen und Blutungen im Gewebe (blaue Flecken) kommen. Die Todesursache bei den Infizierten ist meist Organversagen, unter anderem wenn die zirkulierende Blutmenge zu gering wird und lebenswichtige Organe deshalb nicht mehr mit Blut versorgt werden können (hypovolämischer Schock).

Das Ebolavirus wird von Tieren auf den Menschen übertragen

Viren besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und sind also keine selbstständigen Lebewesen wie Bakterien, Pflanzen oder Tiere. Sie sind darauf angewiesen, in die Zellen anderer Lebewesen einzudringen, um sich dort zu vermehren. Lebewesen, die solch einen Speicher für Viren darstellen und nicht von dem Virus beschädigt oder zerstört werden, werden auch als Hauptwirt bezeichnet. So sichern sie das Überleben des Virus.

Lebenszyklus des Ebolavirus

Eine Tierseuche oder Infektionskrankheit ist enzootisch (engl. enzootic) wenn die Krankheit ausschliesslich auf Tiere begrenzt ist. Man vermutet, dass Fledermäuse oder Flughunde das natürlich Reservoir des Ebolavirus bilden. Sobald sich eine Infektionskrankheit grenzüberschreitend von Tieren auf Menschen ausbreitet, spricht man von einer epizootischen Krankheit. Daraufhin kommt es beim Ebolavirus auch zu einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung, wodurch eine Epidemie ausgelöst werden kann. Bild: CDC/Wikimedia Commons

Der Hauptwirt, in welchem sich das Ebolavirus vermehrt, ist noch nicht eindeutig bestimmt worden. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass das Ebolavirus Fledermäuse und Flughunde als Hauptwirt nutzt. Vom Hauptwirt ausgehend kann das Virus Menschen und andere Tiere infizieren. Eine solche Infektionskrankheit wird auch als Zoonose bezeichnet.

Das Ebolavirus befindet sich im Blut, Stuhl, Erbrochenem und anderen Körpersekreten eines Wirts und überlebt lange Zeit auf Gegenständen, welche mit infiziertem Material in Kontakt gekommen sind. Durch Berührung des infizierten Materials kann das Virus über Schleimhäute oder Wunden in den Körper des Menschen eindringen. Ausserdem können sich Menschen beim Zubereiten und Essen des regional üblichen Buschfleischs mit dem Virus infizieren. Durch den Austausch von Körperflüssigkeiten oder Berührung von Exkrementen können sich Menschen gegenseitig infizieren oder die Krankheit an Tiere weitergeben.

Wie kann man sich vor dem Ebolavirus schützen?

Einwohner der betroffenen Länder können sich vor der Infektion mit dem Ebolavirus schützen, indem sie den direkten Kontakt mit Infizierten meiden und Gegenstände, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Berührung gekommen sind, chemisch oder physikalisch desinfizieren. Eine Massnahme, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, besteht deshalb darin, Erkrankte zu isolieren und Angehörige und pflegendes Personal mit Schutzkleidung auszustatten. Es ist zudem empfehlenswert, auf den Verzehr von Buschfleisch zu verzichten, da dieses mit dem Ebolavirus infiziert sein könnte.

Leider gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine vorbeugende Impfung gegen das Ebolavirus und auch kein wirksames Medikament zur Behandlung von Ebola. So gibt es lediglich Therapien, um die Symptome der Erkrankung zu lindern.

Besteht eine Gefahr für eine Ebola-Epidemie in der Schweiz?

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, in der Schweiz mit dem Ebolavirus infiziert zu werden, da bisher keine Erkrankungen ausserhalb Afrikas nachgewiesen werden konnten. Auch wenn man in die betroffenen Länder reist, ist das Ansteckungsrisiko für Reisende sehr gering, da es zu einem nahen Kontakt mit infektiösem Material kommen muss. Die Situation kann sich jedoch verändern; beim Bundesamt für Gesundheit und der World Health Organisation (WHO) erhältst du immer die neusten Informationen zur Ebolaepidemie in Westafrika.

Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(2 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.