Blick in den Weltraum: Ein Bild entsteht

Vorweg nur so viel: Das Hubble-Teleskop macht keine Farbfotos, wie wir sie von unseren Kameras und Handys kennen. Alle Farben werden den Bildern erst bei der Auswertung am Computer hinzugefügt. Je nach Technik entstehen dabei Farbwelten, die unser Auge ohne Hilfsmittel nicht so wahrnehmen würde.

Licht einer Galaxie durch verschiedene Lichtfilter hindurch betrachtet
Das Licht einer Galaxie, durch verschiedene Lichtfilter betrachtet. Bild: Hubble-Website (englisch).

Ein Teleskop wie das Hubble-Teleskop macht keine Fotos im herkömmlichen Sinn. Es misst lediglich mit speziellen Detektoren das einfallende Licht, das von Sternen und anderen Himmelskörpern abgestrahlt oder reflektiert wird. Diese Signale werden als Schwarz-weiss-Bilder interpretiert.

Die Detektoren arbeiten dabei mit sogenannten Lichtfiltern. Diese Lichtfilter trennen das Licht in verschiedene Bestandteile auf, das heisst in verschiedene Wellenlängen. Etwas Ähnliches geschieht, wenn man ein Prisma ins Sonnenlicht hält und das Licht damit in seine sogenannten Spektralfarben zerlegt.

Die Lichtfilter des Teleskops können jedoch nicht nur das für unser Auge sichtbare Licht in seine Farben auftrennen, sondern auch viele weitere Strahlenarten aufzeichnen, wie Röntgenstrahlen, Ultraviolett-(UV-) oder Infrarot-(IR-)strahlen. Jede Strahlenart ergibt ein eigenes „Bild“. So wird sozusagen Unsichtbares sichtbar gemacht.

Farbe kommt hinzu

Damit man schliesslich doch ein farbiges Bild bestaunen kann, färbt man die Bilder der einzelnen Lichtfilter ein und legt sie übereinander. Dabei kommt es darauf an, für welchen Verwendungszweck man die Bilder benötigt. Sollen die Bilder hübsch anzusehen sein und so wirken, wie ein Mensch das betreffende Objekt und seine Farben tatsächlich sehen würde, verwendet man in der Regel die Filter rot, blau und grün.

„Naturgetreue“ RGB-Farben

RGB steht für rot, grün und blau. Addiert man diese drei Farben, so ergibt sich für unser Auge weisses Licht. Um das Aussehen eines Himmelsobjekts im sichtbaren Licht abzubilden, nimmt man also insgesamt drei Bilder auf: einmal mit dem Rotfilter, einmal mit dem Blaufilter und einmal mit dem Grünfilter. Anschliessend werden die drei erhaltenen Bilder überlagert, und man erhält ein möglichst naturgetreues Farbenbild.

Farben als „Sehhilfen“

Mit dem gleichen Verfahren lassen sich aber auch Bildbereiche hervorheben, die normalerweise nicht für den Menschen sichtbar wären. So lässt sich zum Beispiel darstellen, wie ein Objekt im Infrarotlicht aussieht.

Möchte man ein detaillierteres Bild erhalten, kann es von Nutzen sein, die Bilder möglichst stark einzufärben. Dadurch können häufig versteckte Strukturdetails sichtbar gemacht werden – und das Bild sieht erst noch schöner aus!

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