Was ist Schizophrenie?

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, die Wahrnehmung, Denken und Verhalten beeinflusst.

Schizophrenie vermischt die Grenzen von Wirklichkeit und Phantasie

Schizophrenie vermischt die Grenzen von Wirklichkeit und Phantasie und kann zu Verfolgungswahn führen. Bild: Hasloo Group Production Studio/Shutterstock.com

„Wenn man schizophren ist, fühlt man sich als zwei Personen und wird gewalttätig“; „Schizophrenie ist ansteckend und macht dumm“. Vorurteile wie diese sind häufig zu hören und trotzdem falsch. Doch was bedeutet denn „schizophren“?

Schizophrenie ist keine seltene Krankheit

Schizophrenie ist eine psychische Krankheit, die relativ häufig vorkommt. Ungefähr jeder Hundertste erkrankt daran, unabhängig von Geschlecht, Wohnort und Kultur. Das sind nur etwa fünfmal weniger Betroffene als bei der bekannten und immer häufigeren Krankheit Diabetes! Im Unterschied zur Zuckerkrankheit ist die Schizophrenie jedoch noch weitgehend unverstanden.

Meistens beginnt die Schizophrenie im jungen Erwachsenenalter. Die Symptome, also was man dem Betroffenen anmerkt, entwickeln sich schleichend und sind sehr vielfältig. Das Hauptmerkmal ist eine sogenannte „Psychose“, also der Verlust des Realitätsbezugs. Im Unterschied zur gespaltenen Persönlichkeitsstörung fühlt sich der Patient dabei aber immer als eine Person, nie als mehrere Persönlichkeiten. Häufig verläuft die Schizophrenie in Schüben. In den Zeiten dazwischen sind die Patienten oft beschwerdenfrei.

Positiv- und Negativsymptome

Die Symptome kann man in Positiv- und Negativsymptome einteilen. „Positiv“ und „negativ“ sind hier medizinische Begriffe und bedeuten nicht „gut“ oder „schlecht“ für den Erkrankten.

Positivsymptome sind zum Beispiel Halluzinationen oder das Wahrnehmen fremder Gedanken. Betroffene haben also veränderte Sinneseindrücke, sie fühlen sich beeinflusst, und es kommt oftmals zu Verfolgungswahn.

Negativsymptome sind anfangs oft weniger auffällig und darum auch schwieriger zu erkennen. Betroffene ziehen sich zurück und wirken freudlos, desinteressiert und antriebslos. Auch zeigen sie manchmal eine Spracharmut oder haben Mühe, sich zu konzentrieren.

Die Ursachen sind unklar

Die Ursachen der Schizophrenie sind bis heute unklar. Man geht davon aus, dass sie von vielen Faktoren beeinflusst wird. Es gibt unter anderem eine erbliche Komponente. Das heisst, das Erkrankungsrisiko ist höher, wenn man nahe mit einer Person mit Schizophrenie verwandt ist. Man nimmt auch an, dass Umwelteinflüsse und stark belastende Ereignisse im Lebenslauf eine Rolle spielen. Ausserdem können bewusstseinsverändernde Substanzen (zum Beispiel das in Cannabis enthaltene THC) dazu beitragen, dass die Krankheit ausbricht.

Wird die Schizophrenie früh behandelt, können die meisten Betroffenen ein „normales“ Leben führen. Es ist auch möglich, dass sich die Schizophrenie von alleine „auswächst“. Als Therapie ist eine Kombination von Medikamenten (Neuroleptika) und psychologischer Begleitung sinnvoll. Auch die Betreuung von Angehörigen ist sehr wichtig.

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