Warum werden meine Finger und Zehen beim Baden schrumplig?

Die oberste Schicht der Haut nimmt Badewasser auf und dehnt sich aus. Sie benötigt mehr Platz und schlägt darum Wellen.

Warum schrumpeln die Finger

Hmmm - warum schrumpeln meine Finger? Bild: Mayovskyy Andrew/Shutterstock.com

Ein wohliges Bad im warmen Wasser tut gut und entspannt. Doch schon nach kurzer Zeit gleicht die sonst so glatte Hautoberfläche unserer Finger und Zehen eher einer Kraterlandschaft auf dem Mond. Diese „Schrumpelfinger“ verdanken wir dem Aufquellen der Hornhaut.

Vom Schutzpanzer zur Wellenlandschaft

Unsere Haut ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Zuoberst befindet sich die Oberhaut, der „Schutzschild“ für unseren Körper. Ihre äusserste Schicht wird Hornhaut genannt. Die Hornzellen werden von einer weiter unten liegenden Hautschicht produziert, sterben ab und liegen dann schuppenförmig übereinander. Zusammen mit verschiedenen Fetten bilden sie so eine Barriereschicht. Wenn man sich nun eine Weile in die Badewanne setzt, werden die Hornzellen aufgeweicht und verlieren ihre Schutzfunktion. Sie saugen sich mit Wasser voll und benötigen deshalb mehr Platz. Da die Zellen aber weiterhin mit den unteren Schichten der Haut verbunden sind, werfen sie Falten und werden so zu einer Wellenlandschaft. Eigentlich schrumpelt die Haut also nicht, sondern dehnt sich aus.

Der Salzgehalt ist entscheidend

Aber warum strömt das Wasser überhaupt in die aufgeweichten Hornzellen hinein? Die Antwort heisst „Osmose“. Das Badewasser ist salzarm, die Zellen in unserem Körper enthalten jedoch relativ viel Salz. Diesen Konzentrationsunterschied wollen die Wassermoleküle ausgleichen und fliessen deshalb in die „salzigen“ Hornzellen hinein – Osmose geschieht. Beim Baden in salzigem Meerwasser wird deine Haut also weniger schrumpeln als beim Schwimmen im Hallenbad, da im Meer der Konzentrationsunterschied zu den Zellen kleiner ist.

„Schrumpelregionen“

Warum schrumpeln nur Hände und Füsse, nicht aber zum Beispiel der Bauch? Je nach Körperregion ist die Hornzellschicht unterschiedlich stark ausgebildet. Am dicksten ist sie an unseren Hand- und Fussinnenflächen und darum haben diese Stellen besonders hohes „Schrumpelpotential“. Gefährlich ist das Schrumpeln für die Haut übrigens nicht. Schon kurze Zeit nach dem Baden ist das Wasser aus den Hornzellen verdunstet und die Haut wieder wunderbar glatt!

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