Was ist eigentlich Plastik?

Viele Gegenstände, die wir in unserem Alltag benutzen, bestehen aus Plastik. Doch was ist eigentlich Plastik? Und wie stellt man so viele verschiedene Arten davon her?

Alltagsgegenstände aus Plastik

Unzählige Alltagsgegenstände bestehen ganz oder teilweise aus Plastik. Bild: Cjp24/Wikimedia Commons

Anordnung der chemischen Elemente in Polypropylen

Die regelmässige, kettenartige Anordnung der chemischen Elemente in Polypropylen (blau: Kohlenstoff, grau: Wasserstoff). Bild: Ilmari Karonen/Wikimedia Commons

Plastik ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoff. Kunststoffe bestehen aus kleinen chemischen Bausteinen, die sich zu grösseren Strukturen zusammenschliessen. Diese können aussehen wie lange Ketten oder wie ein verflochtenes Netz.

Das Bauen eines Kunststoffs

Um zum Beispiel das Material für einen Plastikeimer herzustellen, werden in einem chemischen Labor viele kleine Bausteine zusammengesetzt. Dieser Prozess wird in der Chemie als Synthese bezeichnet. Die Bausteine, welche für die Synthese benötigt werden, werden meistens aus den nicht-erneuerbaren Rohstoffen Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen. Es können aber auch nachwachsende Rohstoffe, wie Bäume oder andere Pflanzen, als Rohstoffquelle verwendet werden. Solche Kunststoffe nennt man Biokunststoffe.

Veränderung der Eigenschaften des Kunststoffs

Kunststoffe unterscheiden sich zum Beispiel durch ihre Formbarkeit, Härte oder Bruchfestigkeit. Wenn man bei der Synthese der Kunststoffe den Druck in dem Reaktionsgefäss oder das Mischverhältnis der Reagenzien verändert, kann man Kunststoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften herstellen.

Die häufigsten Kunststoffe

Kunststoffe begegnen uns in unserem Alltag überall, und jeder Kunststoff hat besondere Eigenschaften, um die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen zu können. So gibt es zum Beispiel weiche und elastische Kunststoffe für Plastiktüten und harte Kunststoffe für die Herstellung von Getränkeflaschen.

Hast du dich schon gefragt, warum die Namen vieler Kunststoffe mit „Poly-“ beginnen?

„Poly“ bedeutet auf Griechisch „viel“, und Plastik besteht in der Regel aus vielen kleinen, miteinander verknüpften chemischen Bausteinen. Poly-Propylen besteht also aus lauter Propylen-Einheiten.

Folie aus Polyethylen (PE)

Eine Folie aus Polyethylen (PE). Bild: Kriplozoik/Wikimedia Commons

Polyethylen (PE) ist ein milchig weisser Kunststoff und bildet ein zähes Material, welches nur sehr schwer bricht. Mit PE kann man einen sehr dünnen, durchsichtigen Film bilden. Es wird als Verpackungsfolie für CDs, Bücher, Papiertaschentücher und Tragetaschen verwendet.

Kunststoffdeckel aus Polypropylen (PP)

Ein weisser Kunststoffdeckel aus Polypropylen (PP). Bild: Polyparadigm/Wikimedia Commons

Polypropylen (PP) ist ein sehr harter und mechanisch belastbarer Kunststoff. PP wird hauptsächlich bei der Verpackung von Lebensmitteln verwendet. Gaspedale, Gartenmöbel oder Toilettendeckel werden aber auch aus PP hergestellt.

Rohre aus Polyvinylchlorid (PVC)

Rohre aus Polyvinylchlorid (PVC). Bild: Paul Goyette/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein harter und spröder Kunststoff, der weich und formbar werden kann, wenn man Weichmacher und Stabilisatoren hinzugibt. PVC ist vor allem als Fussbodenbelag bekannt. Aber auch Fensterrahmen, Rohre und Kabelisolierungen werden aus PVC hergestellt.

Polystyrol (PS) oder Styropor

Ein Stück Polystyrol (PS), bekannter unter dem Namen Styropor. Bild: Vmadeira/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Polystyrol (PS) ist auch unter dem Namen Styropor bekannt. Eigentlich ist Polystyrol ein transparenter Kunststoff, der hart und empfindlich auf Schläge ist. Doch wenn man ihn aufschäumt, wird er weiss und undurchsichtig. Er ist bei erhöhten Temperaturen nicht sehr stabil und ist insgesamt nur wenig fest und elastisch. Wenn man Polystyrol einer zu starken Spannung aussetzt, reisst es sehr leicht.

Schwamm aus Polyurethan (PU)

Schwamm aus Polyurethan (PU). Bild: Pieria/Wikimedia Commons

Ein weiterer Kunststoff ist Polyurethan (PU/PUR). Die Eigenschaften von PU können sehr verschieden sein, je nachdem, welche anderen chemischen Komponenten man zugibt. Dies führt beispielsweise dazu, dass Polyurethan unterschiedlich elastisch sein kann. Die bekannteste Form des PU sind die Polyurethanschaumstoffe. Diese Schaumstoffe findet man zum Beispiel in Autositzen, Matratzen oder Schwämmen.

PET-Flasche

Flasche aus Polyethylenterephthalat (PET). Bild: Jesusalconada/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Polyethylenterephthalat (PET) ist transparent und leichter als Glas. PET ist insgesamt sehr steif und hart, kann auf heisses Wasser aber empfindlich reagieren. Der bekannteste Gebrauchsgegenstand aus PET sind die PET-Getränkeflaschen. PET wird aber auch für die Herstellung von Haushaltsgeräten, Computern und Sicherheitsgurten verwendet.

Wenn man genau hinschaut, findet man auf allen Gegenständen aus Plastik einen Aufdruck mit einem dreieckigen Symbol und einem Buchstabencode, der zeigt, aus welchem Kunststoff sie hergestellt wurden. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten und die Welt der Kunststoffe zu entdecken!

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