Stoppuhren an der Olympiade? Facts rund um die Zeitmessung

Wusstest du, dass an den ersten modernen Olympischen Spielen jeder Richter seine eigene Stoppuhr mitbrachte? Seither hat sich viel verändert ...

Stoppuhr

Heute wird bei grossen Sportveranstaltungen nicht mehr von Hand gestoppt. Bild: CanStockPhoto

  • Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen wurden Stoppuhren eingeführt. Jeder Richter brachte seine eigene mit. Vermutlich tickten nicht alle ganz gleich ...
  • Bei den Spielen 1932 in Los Angeles kamen 30 vom Observatorium Neuenburg zertifizierte hochpräzise Chronographen zum Einsatz. Hochpräzise hiess damals: Die Uhren gingen auf eine Zehntelsekunde genau.
  • An die Olympischen Spiele in Berlin vier Jahre später wurden bereits 185 Chronographen geliefert. Sie wurden vor den Rennen sekundengenau synchronisiert und an die Zeitnehmer an Start und Ziel verteilt. Gemessen wurde auf Sicht, gestoppt von Hand.
  • Bei den Winterspielen 1948 in St. Moritz wurde die fotoelektrische Zelle eingeführt. Sobald sich die Startschranke öffnete, begann die Zeitmessung automatisch: In der Zeitmessung brach das elektronische Zeitalter an.
  • Zwischen den Spielen tüfteln die Schweizer Uhrenmacher immer weiter: 1952 messen sie auf die Hundertstelsekunde genau. Zwanzig Jahre später können Tausendstel gemessen werden.
  • Calgary und Seoul 1988 waren die ersten Olympischen Spiele mit computergestützter Zeitnahme. Von nun an spielt die menschliche Reaktionszeit in der Zeitmessung praktisch keine Rolle mehr.
  • GPS‐Systeme, Startblocks mit Sensoren zur Messung von Reaktionszeit und Anzeige von Fehlstarts, Video‐ und Digitalkameras, Scanner, Unterwassermonitoren und ultraschnelle Computer für das Erfassen, Übertragen und Dokumentieren einer Unmenge an Informationen: Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 umfasste die Zeitmessung 480 Tonnen Ausrüstung, fast 200 Kilometer Kabel sowie 450 auf die verschiedenen Sportarten zugeschnittenen Chronographen. Stoppuhren waren keine mehr dabei.

Text: SATW/Christine D’Anna (gekürzt)
Quelle: Technoscope 1/18: Technik im Sport. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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