Schnelle Pisten, glattes Eis

Skipisten und Eisbahnen werden aufwendig präpariert, insbesondere natürlich im Spitzensport. Dabei helfen verschiedenste technische Hilfsmittel.

Eisbearbeitungsmaschine

Das Fahrzeug sorgt dafür, dass die Oberfläche eines Eisfeldes wieder ganz glatt ist. Bild: ArildV/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Winterspiele in Südkorea? Als Traumdestination für Skifahrer ist das Land nicht gerade bekannt (im Gegensatz zum benachbarten Japan mit seinem legendären «Sushi Powder», dem unvergleichlich locker leichten Tiefschnee). Für eine technologieverliebte Nation ist das jedoch kein Problem – Korea macht alle Nachteile durch ausgezeichnete Vorbereitungen wett.

Es fängt bei der Produktion des Kunstschnees an, gilt für die Fahrzeuge, mit denen die Pisten planiert werden, und geht bis zum computergesteuerten System für die Pistenpräparierung, das dem Schneebelag die richtige Härte und Widerstandskraft verleiht. Auch bei der Kurssetzung stehen technische Hilfsmittel zur Verfügung: Computermodelle ermitteln das ideale Design einer Abfahrt unter Berücksichtigung der Geländeform, der Steilheit der Hänge und der Geschwindigkeit, welche die Skisportler erreichen sollen.

Genausoviel Technik ist bei der Vorbereitung der Kunsteisflächen für die anderen Sportarten im Spiel. Eine Eisbahn braucht einen ebenen Untergrund, auf dem mithilfe einer Maschine eine Eisschicht erzeugt und bewahrt wird. Wie hoch bzw. niedrig die Oberflächentemperatur sein muss, kommt auf die Sportart an: Eiskunstläufer brauchen weiches, griffiges Eis um minus drei Grad, Eishockeyspieler hartes um minus sechs Grad. Für perfekte Wettkampfbedingungen genügt das allerdings noch nicht, auch die Oberfläche muss genau richtig beschaffen sein. Hier kommt die Eisbearbeitungsmaschine ins Spiel, ein spezielles Fahrzeug, an dessen Heck ein scharfes Messer angebracht ist, dass die oberste Eisschicht abhobelt. Anschliessend spritzt die Maschine Wasser auf die bearbeitete Fläche, spült Furchen aus, sammelt die Reste des abgeschabten «Eisschnees» zusammen und saugt alles wieder auf. In einem zweiten Durchgang verwendet sie 60 Grad warmes Wasser, das die oberste Eisschicht antaut. Und bevor die neue mit der alten Eisschicht zusammenfriert, poliert die Maschine Unebenheiten weg und füllt Rillen aus.

Dieser ganze Prozess, von der normalerweise ziemlich energiefressenden Kühlung bis zur Eisbearbeitung, soll in der ultramodernen Gangneung-Eishalle in Südkorea besonders ökofreundlich gestaltet sein.

Text: SATW/Christine D’Anna (gekürzt)
Quelle: Technoscope 1/18: Technik im Sport. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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