Pupillen sind immer rund – oder?

Unsere Pupillen sind rund und werden je nach Lichteinfall kleiner oder grösser. Bei anderen Tieren verändern sie auch ihre Form und werden zu Schlitzen oder Rechtecken.

Augen einer Katze mit geweiteten Pupillen

Die geweiteten Pupillen sind auch bei der Katze rund. Bild: CanStockPhoto

Die Pupille ist eine natürliche Öffnung im Auge, durch die Licht ins Augeninnere fallen kann. Zwei Muskeln in der Iris (Regenbogenhaut) bestimmen durch Verkleinern oder Vergrössern der Pupille, wie viel Licht auf die Netzhaut trifft. Diese Anpassung wird von unserem Körper unbewusst geregelt (mehr Informationen findest du im Artikel „Warum werden unsere Pupillen in der Dunkelheit grösser?“).

Runde Pupillen

Wie du wahrscheinlich schon bemerkt hast, hat der Mensch immer eine runde Pupille, egal ob sie weit offen oder eher geschlossen ist. Dies kommt daher, dass beim Menschen der Muskel, der die Pupille verengt, ringförmig um die Pupille angeordnet ist. Wenn er sich zusammenzieht, wird die Pupille zwar kleiner, bleibt aber rund dabei. Dies ist auch bei anderen Arten wie Hunden der Fall.

Bei Tieren mit runden Pupillen verengt sich die Pupille, indem sich ein ringförmiger Muskel, der um die Pupille herum liegt, zusammenzieht. Bei Tieren mit Schlitzpupillen, verengt sich die Pupille, indem sich zwei Muskeln, die am oberen und unteren Ende angehängt sind, zusammenziehen. Die Muskeln sind hier rot und braun gefärbt, die Pfeile zeigen die Richtung, in der sich die Muskeln zusammenziehen.

Senkrechte Schlitzpupillen

Bei Katzen hingegen verengen sich die Pupillen zu einem senkrechten Schlitz. Man nennt diese deshalb auch Schlitzpupillen. Sie entstehen durch die Anspannung von Muskeln an nur zwei Seiten der Pupille, ähnlich wie wenn du ein rundes Haargummi an nur zwei Seiten auseinanderziehst. Schlitzpupillen kommen hauptsächlich bei nachtaktiven Tieren vor, die ihre empfindlichen Augen tagsüber vor dem grellen Sonnenlicht schützen müssen.

Schlitzförmige Pupillen haben gegenüber runden den Vorteil, dass sie das Auge besser vor Licht schützen, da sie das Licht besser ausblenden. Eine andere Erklärung, weshalb manche Tiere schlitzförmige Pupillen haben, ist, dass Schlitzpupillen auch wenn sie verengt sind, Licht zu allen Bereichen der Linse durchlassen. Das ist besonders bei der Art von Linse (multifokale Linse) wichtig, die diese Tiere besitzen. Eine verengte runde Pupille würde das Licht zu den äußeren Bereichen der multifokalen Linse blockieren und somit das Sehvermögen beeinträchtigen. Bei einer monofokalen Linse, die Tiere mit runden Pupillen besitzen, ist dies kein Problem.

Der gelbe Kreis symbolisiert einen Bereich auf der Linse. Wenn die Pupille weit offen ist, kommt das Licht durch und trifft auf den gelben Bereich. Wenn die Pupille verengt ist, trifft beim Menschen kein Licht mehr auf den gelben Bereich, bei Schlitz- und Querpupillen dagegen schon.

Waagrechte Pupillen

Pupillen können aber nicht nur senkrecht verlaufen, sondern auch waagrecht. Pferde und Schafe zum Beispiel besitzen solche ovale Querpupillen. Bei anderen Tieren wie Ziegen und Kröten verengen sich die Pupillen zu waagrechten Rechtecken mit abgerundeten Ecken. Nochmals andere Arten wie der Stachelrochen haben sichelförmige Pupillen und beim Tintenfisch verengen sich die Pupillen gar zu einer geschwungenen W-Form.

Eine verengte waagrechte Pupille, erlaubt ein breiteres Gesichtsfeld als eine verengte runde Pupille, da Licht bis an die äußersten Stellen der Linse gelangen kann. Horizontal ausgerichtete Pupillen finden sich daher vorwiegend bei Beutetieren. Sie helfen ihnen, Feinde und Hindernisse auf der Flucht schneller und besser zu entdecken, da diese schneller ins Blickfeld geraten.

Die Pupillenform der verschiedenen Lebewesen hat sich im Laufe der Evolution also den jeweiligen Lebensumständen der Tiere angepasst und unterstützt so das Sehen auf optimale Art und Weise.

In der Galerie "Pupillen" kannst du die verschiedenen Pupillenformen bei verschiedenen Tieren sehen.

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