Spionen und Agenten auf der Spur: Unsichtbare Tinten

Nicht nur Spione und Geheimagenten nutzen unsichtbare Tinte, die nur mit einem bestimmten Verfahren wieder lesbar gemacht werden kann. Aus ganz simplen Zutaten kannst du deine eigene unsichtbare Tinte erzeugen und für geheime Nachrichten verwenden. Doch was steckt eigentlich hinter den verschiedenen Methoden?

Mit Geheimtinte kannst du unsichtbare Nachrichten schreiben – und nur der Empfänger kann deine Schrift wieder hervorzaubern! (Bild: ronstik/Shutterstock.com)

Hier haben wir eine Sammlung von Geheimtinten-Rezepten zusammengetragen, mit denen du selbst experimentieren kannst. Gemeinsam ist diesen Tinten, dass man die Schrift nach dem Trocknen auf dem Papier nicht mehr sieht. Man muss also den Trick kennen, wie man sie wieder sichtbar macht! Dafür gibt es je nach Tinte ganz verschiedene Methoden.

Hitze kann Tinte "caramelisieren"

Manche Geheimtinten werden unter Einwirkung von Hitze wieder sichtbar. Ihre Bestandteile zersetzen sich durch die Wärme und werden gelblich-braun (so wie auch weisser Zucker durch starke Hitze zu braunem Caramel wird). Man hält das Papier mit der unsichtbaren Nachricht über eine Glühbirne oder benutzt ein Bügeleisen. Häufig reicht es bereits, wenn man es auf die Heizung legt.

Wachs mag keine Wasserfarben 

Eine sehr einfache Methode, unsichtbare Nachrichten zu schreiben, funktioniert mit Wachs. Dazu schreibt man mit einer weissen Kerze auf ein weisses Blatt Papier. Der Empfänger streicht dann mit einem Farbstift oder mit einem Pinsel und Wasserfarbe leicht über das Blatt. Nur an den Stellen ohne Wachs-Schrift färbt sich das Papier, weil das Wachs die Farbe abstösst. Man erkennt deutlich die weisse Geheimschrift auf farbigem Hintergrund.

Chemische Farbspiele

Manche Geheimtinten muss man mit einer zweiten Flüssigkeit besprühen oder übermalen, um sie zu entwickeln (also sichtbar zu machen). Mit dieser Entwicklungsflüssigkeit geht die Tinte eine chemische Reaktion ein, und die Schrift tritt farbig hervor. Meistens ist es so, dass entweder die Tinte oder die Entwicklungsflüssigkeit als "pH-Indikator" funktioniert. Je nach dem pH-Wert, also nach dem Säuregehalt der Umgebung, nimmt der Indikator eine andere Farbe an. Ein Beispiel für einen natürlichen Indikator ist der Rotkohl. Mit Rotkohlsaft kann z.B. eine Zitronensaft-Tinte entwickelt werden: Wird das Blatt mit der sauren Zitronensaft-Schrift vorsichtig mit Rotkohlsaft übermalt, färbt sich die Schrift rötlich, während der Rest des Blattes blau bleibt.

Von weiss zu braun

Auch aus dem weissen Pulver der Mais- oder Kartoffelstärke kann man eine Tinte anrühren, die nach dem Trocknen auf weissem Papier nicht mehr zu sehen ist. Stärke geht mit Iod eine Bindung ein, wobei sich der Komplex aus Iod- und Stärketeilchen dunkelviolett färbt. Genau dies macht man sich beim Entwickeln der Stärkeschrift zu Nutze: Man besprüht sie mit Iodtinktur, so dass die farblose bis weisse Schrift eine violette bis schwarze Färbung erhält.

Stell selber eine Geheimtinte her. Hier findest du die Anleitungen dafür.

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