Drei kleine Tastsinn-Experimente

Bleistifte, Stecknadeln und andere Alltagsgegenstände kennst du gut, und du weisst, wie sie sich anfühlen. Oder doch nicht? Lass dich von den folgenden drei Experimenten überraschen!

Die Hände gehören zu unseren wichtigsten Tastorganen (Bild: fotogv/Shutterstock.com)

Wie genau ist dein Tastsinn?

So wird's gemacht:

  • Klebe zwei Bleistifte mit Klebstreifen zusammen, so dass die beiden Spitzen auf gleicher Höhe sind.
  • Bitte eine Freundin oder einen Freund, sich als Versuchsperson zur Verfügung zu stellen und die Augen zu schliessen.
  • Streiche mit den Bleistiften vorsichtig über die Haut deiner Versuchsperson, und zwar einmal mit einer, einmal mit beiden Spitzen. Teste verschiedene Körperstellen, zum Beispiel die Handfläche, den Ellbogen, die Lippe, den Fuss, die Wange oder den Rücken.
  • Kann deine Versuchsperson jedes Mal korrekt sagen, ob du sie mit einer oder zwei Spitzen berührt hast? Und du selbst?

Was dahinter steckt:

Der Tastsinn ist an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich stark ausgeprägt. An den Fingerspitzen, Fussohlen oder auf der Zunge ist der Tastsinn enorm wichtig für uns, und es sind dort sehr viele Rezeptoren (kleine "Sensoren") für Druck und Schmerz auf engem Raum vorhanden. Deshalb können zwei Reize bereits voneinander unterschieden werden, wenn sie weniger als einen Millimeter Abstand haben (z.B. auf der Zunge). Am Rücken hingegen liegen die Rezeptoren viel weiter auseinander, und der Mindestabstand beträgt 6–7mm.

Aus eins mach zwei

So wird's gemacht:

  • Kreuze Zeigefinger und Mittelfinger und klemme einen Bleistift dazwischen.
  • Schliesse die Augen und bewege mit der anderen Hand den Bleistift auf und ab.
  • Wie viele Bleistifte spürst du?

Was dahinter steckt:

Kaum verändern wir unsere gewohnte Fingerhaltung, lässt sich der Tastsinn täuschen! Ein einzelner Bleistift kann normalerweise nicht gleichzeitig den Zeigefinger UND den Mittelfinger "aussen" berühren. Unser Gehirn hat sich diese Erfahrung eingeprägt. Deshalb wird ein solcher Berührungsreiz bei geschlossenen Augen automatisch als "zwei Gegenstände" interpretiert. Nur wenn wir die Augen öffnen und sehen, was zwischen den verschränkten Fingern tatsächlich geschieht, verschwindet der Eindruck.

Eiskalte Gefühllosigkeit

Dieses Experiment eignet sich gut als Geschicklichkeitswettkampf!

So wird's gemacht:

  • Lege für jede teilnehmende Person 10 Stecknadeln (ohne Kopf) sowie ein kleines Gefäss bereit (z.B. eine Tasse).
  • Fülle eine Schüssel mit kaltem Wasser und gib Eiswürfel hinein.
  • Nun haltet ihr alle eine Hand während 20–30 Sekunden ins eiskalte Wasser.
  • Trocknet eure Hände kurz ab. Wer schafft es als erster, alle Nadeln vom Tisch aufzuheben und in die Tasse zu legen?

Was dahinter steckt:

Diese Aufgabe ist mit kalten Händen viel schwieriger als mit warmen! Die Kälte "lähmt" nämlich sozusagen die Tast-Rezeptoren. Deshalb spüren die Finger den Gegenstand, den sie aufheben sollen, nicht richtig.

Weitere Informationen zum Tastsinn findest du in diesem Poster von Brain Bus.

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