Zaubertinte aus Essig

Farbstoffe, die je nach Umgebung ihre Farbe ändern, eignen sich hervorragend zum Entwickeln von gewissen Zaubertinten. Die Zutaten für einige dieser Tinten und Entwicklerflüssigkeiten findest du sogar in deiner Küche!

Der farblose Essig kann mit Rotkohlwasser sichtbar gemacht werden.

Infobox

Das brauchst du:

  • Essig (kein dunkel gefärbter Essig, sondern z. B. Weisswein- oder Apfelessig)
  • Schreibwerkzeug
  • Papier
  • Rotkohl (=Rotkraut, Blaukraut)
  • hohe Pfanne / Kochtopf
  • Wasser

So wird’s gemacht:

  1. Tauche dein Schreibwerkzeug in den Essig ein und schreibe damit deine Nachricht auf ein Blatt Papier.
  2. Lass das Papier trocknen.
  3. Koche einen Rotkohl (oder ein Stück davon) während einigen Minuten in etwas Wasser, bis das Wasser intensiv blau gefärbt ist. Es ist wichtig, dass keine Säure (Zitronensaft, Essig, Apfelsäure …) in das Wasser gelangt.
  4. Entferne den Rotkohl aus dem Wasser.
  5. Um die Nachricht zu lesen, streiche vorsichtig mit einem Schwamm oder Tuch, das du ins Rotkohlwasser getaucht hast, über die Nachricht. Nun kannst du die Nachricht gut lesen.

Bilder zu den einzelnen Schritten findest du in der Anleitung als PDF zum Herunterladen.

Scharf beobachtet:

Die Nachricht wird mit farblosem Essig geschrieben. Beim Entwickeln mit Rotkohlwasser färbt sich das Papier wässrig-blau; die Schrift färbt sich intensiver und rötlich-violett.

Was steckt dahinter?

Beim Trocknen verdampft das Wasser aus dem Essig, während die Essigsäure auf dem Papier bleibt. Die Essigsäureteilchen bilden dort kleine Kristalle.

Der Farbstoff aus dem Rotkohl ist ein sogenannter Indikator. Das heisst, er hat in einer sauren Umgebung eine andere Farbe als in einer nicht-sauren, „basischen“ Umgebung. Wird Rotkohl in reinem Wasser gekocht, bleibt er blau, und das Wasser wird ebenfalls blau. Wenn der Farbstoff jedoch auf Säure (wie die Essigsäure der unsichtbaren Schrift) trifft, geschieht eine chemische Reaktion: Der Indikator reagiert mit der Essigsäure und wird rot.

Man könnte anschliessend wieder etwas Base beigeben (z. B. Natron), dann würde der Farbstoff wieder blau.

Bilder: Gregor Klopfer

Französische Fassung

Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(2 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Avatar

basket-ball11 schrieb:

Gute und einfach verständliche Anleitung, welche auch Kindern den Anreiz gibt, das Experiment zu versuchen. Ferner wird klar, weshalb das gleiche "Gemüse" in einigen Teil der Schweiz mit Rotkohl, Rotkraut usw. bezeichnet wird und in anderen mit Blauchabis, Blaukohl usw.