Welche Tiere leben überhaupt in der Wüste?

In einer Wüste herrschen extreme Bedingungen. Die Temperaturen können bis auf 60 °C steigen und es regnet praktisch nie. Von aussen sehen Wüsten karg, trocken und leblos aus. Doch schaut man etwas genauer hin, findet man viele kleine und auch grosse Tiere, die die Wüsten mit Leben erfüllen.

Wüste

Auf den ersten Blick leblos - doch in der Wüste gibt es viel mehr Tiere, als man erwartet. Bild: CanStockPhoto

Wasser trinken und speichern

Da es in der Wüste kaum regnet, gibt es auch nicht viel Trinkwasser. Gewisse Tiere können damit jedoch gut zurechtkommen, denn sie haben sich angepasst …

Nebeltrinker-Käfer

Der Nebeltrinker-Käfer nutzt den Nebel als Trinkwasser-Quelle.
Bild: Schnobby/WikimediaCommons, CC-Lizenz

Der Nebeltrinker-Käfer

In der ältesten Wüste der Welt – der Namibwüste – ist der zwei Zentimeter grosse Nebeltrinker-Käfer zu Hause. Diese Art von Käfer hat eine beeindruckende Technik entwickelt, um an Wasser zu gelangen. Früh morgens, wenn der Nebel vom Meer her ins Innere der Wüste zieht, stellt sich der Käfer ganz oben auf eine Sanddüne und streckt sein hinteres Körperende in die Luft. Ganz kleine Wassertropfen aus dem Nebel können so an seinen Flügeln haften bleiben und laufen dem Rücken entlang direkt in seinen Mund. Dieses spezielle Verhalten hat dem Nebeltrinker-Käfer seinen Namen gegeben.

Kamel in der Wüste

Kamele speichern das Wasser nicht in ihren Höckern, sondern im Magensystem.
Bild: CanStockPhoto

Kamele

Ganz anders hat sich einer der grössten und bekanntesten Bewohner der Wüste an den Wassermangel angepasst – das Kamel. Kamele können bis zu vier Wochen ohne Wasser auskommen, weil sie viel Wasser auf einmal zu sich nehmen und speichern können. Sie können innerhalb kürzester Zeit bis zu 150 Liter Wasser trinken. Allerdings speichern sie das Wasser nicht in ihren Höckern, wie viele Leute meinen, sondern in ihrem Magensystem. In den Höckern wird Fett gespeichert.

Kamele können nicht nur schnell viel Wasser aufnehmen, sondern haben auch verschiedene Mechanismen entwickelt, um möglichst wenig Wasser abzugeben. Beispielsweise ist ihre Körpertemperatur um 3-4°C höher als bei vielen anderen Säugetieren, weshalb sie weniger schwitzen. Zusätzlich können sie ihren Urin sehr stark konzentrieren, damit auch da möglichst wenig Wasser den Körper des Kamels verlässt.

Mehr über Kamele findest du im Artikel Kamel, Lama, Alpaka – Alles eine Familie?

Die Hitze macht vielen Tieren zu schaffen

Wüstenfuchs - Fennek

Über seine grossen Ohren gibt der Wüstenfuchs Wärme ab.
Bild: CanStockPhoto

Der Wüstenfuchs (auch "Fennek" genannt) hat kein Problem damit, dass es in der Wüste nicht viel Trinkwasser gibt. Durch das Fressen von Beutetieren bekommt er genug Wasser. Ausserdem besitzt er keine Schweissdrüsen. So verliert er keinen Schweiss, also kein Wasser, über die Körperoberfläche. Allerdings hat er darum ein anderes Problem: Weil er nicht schwitzt, bringt er die überschüssige Wärme nicht aus seinem Körper. Bei den heissen Temperaturen in der Wüste ist das gar nicht gut. Doch auch hier hat die Natur eine Lösung gefunden: Der Fennek hat sehr grosse Ohren, welche etwa einen Fünftel seiner ganzen Körperoberfläche ausmachen. Über diese kann er die überschüssige Wärme abgeben. Seine Pfoten sind ebenfalls an die heissen Temperaturen angepasst: Sie haben grosse Haarbüschel zwischen den Ballen und werden so weniger erwärmt beim Laufen auf dem heissen Sand.

Ein kniffliger Untergrund

Seitenwinder-Schlange - Fortbewegung

Die Seitenwinder-Schlange hinterlässt ein typisches Muster im Sand. Bild: CanStockPhoto

Im heissen und lockeren Sand vorwärts zu kommen, ist schwierig. Ein Meister darin ist die Seitenwinder-Schlange. Sie bewegt sich nicht geradeaus, sondern seitwärts. Dabei sind jeweils nur zwei Punkte ihres Körpers in Kontakt mit dem heissen Boden. Durch diese spezielle Fortbewegungsart hinterlässt die Seitenwinder-Schlange typische J-förmige Spuren im Wüstensand.

Kurz gesagt sind die Lebensbedingungen der Wüste hart und die Tiere müssen gut angepasst sein, um dort zu überleben. Die Natur hat aber sehr gute Lösungen dafür gefunden. Deswegen gibt es in der Wüste auch so viele verschiedene Tiere, die durch ihre speziellen Anpassungen ohne Probleme überleben können.

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