Ohne Messer und Gabel – Mundwerkzeuge im Tierreich

Ganz schön vielfältig: In der Natur haben sich diverse Arten des Nahrungserwerbs entwickelt und ebenso viele Organe, die helfen, diese Nahrung aufzunehmen.
Raspelzunge
Radula einer Schnecke
Schnecken und andere Weichtiere besitzen eine Zunge, auf der zahlreiche winzige Zähnchen angeordnet sind, mit denen sie die Nahrung abraspeln. Eine solche Raspelzunge wird auch Radula genannt. Sie dient der pflanzlichen Nahrungsaufnahme. Wenn du eine Schnecke beim Fressen antriffst, kannst du das raspelnde Geräusch sogar hören, das sie dabei macht. Bilder: CanStockPhoto, RME-OT/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Mundsaugnapf
Blutegel
Lebewesen, die zu den Saugwürmern gehören, haben ein spezielles Mundwerk entwickelt, das einem Saugnapf ähnelt. Blutegel können sich so festsaugen und gleichzeitig Nahrung aufnehmen. Bild: CanStockPhoto
Ausstülpung des Magens
Seestern mit Muschel
Seesterne haben eine ganz spezielle Technik entwickelt, um Muscheln fressen zu können. Sie haben nicht etwa ein extrem starkes Mundwerk, um die Muschelschalen auseinanderzubrechen; stattdessen legen sie ihre Arme mit den Saugfüssen um die Muschel und ziehen so lange an ihr, bis sich ihre Schalen etwas öffnen. Dann stülpt der Seestern seinen Magen nach aussen und führt ihn in die Muschel ein. Der Magen sondert Verdauungssekrete ab, welche das Innere der Muschel verflüssigen, und der Seestern kann seine Nahrung einfach aufschlürfen. Bild: Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Barten
Brydewal
Viele Meereslebewesen ernähren sich, indem sie kleine, schwebende Nahrungsteilchen aus dem Wasser filtrieren. Auch die grossen Bartenwale haben diese Ernährungsweise für sich entdeckt und Barten zur Nahrungsaufnahme entwickelt. Sie füllen ihren riesigen Mund mit Wasser und pressen das Wasser durch die Barten hindurch. Dabei bleibt die Nahrung in den Barten hängen. Bild: CanStockPhoto
Kiemenreuse
Mantarochen
Manche Tiere, welche mit Hilfe von Kiemen im Wasser atmen, können durch eine sogenannte Kiemenreuse kleine Nahrungsteilchen aus dem Wasser filtrieren. Ein Beispiel dafür ist der Riesenmanta. Die Kiemenreuse ist ein Organsystem, das aus vielen Fortsätzen an den Kiemen besteht, an welchen die Nahrung hängen bleibt. Bild: CanStockPhoto
Stechend-saugender Rüssel
Stechmücke
Die Mundwerkzeuge der Stechmücken erfüllen zweierlei Aufgaben: Einerseits müssen sie in die Haut ihres Wirtes stechen, andererseits die flüssige Nahrung – das Blut – aufsaugen können. Diese Art von Mundwerkzeugen nennt man Stechborsten; sie sind so ausgebildet, dass sie die Haut durchdringen können. Im Inneren der Struktur befinden sich zwei Kanäle: Durch den einen wird Speichel in die Wunde gebracht, durch den anderen Blut aufgesaugt. Bild: CanStockPhoto
Saugrüssel
Saugrüssel eines Schmetterlings
Schmetterlinge, die sich von flüssigem Nektar ernähren, haben spezialisierte Saugrüssel entwickelt. Der Unterkiefer ist in zwei Halbröhrchen geteilt, welche zusammen ein Rohr bilden können, durch das die Nahrung aufgesaugt wird. Zum Fliegen können Schmetterlinge ihren Saugrüssel einrollen, damit er sie nicht stört. Bilder: Richard Bartz/Wikimedia Commons, CC-Lizenz, Wikimedia Commons
Saugzunge
Kolibri
Auch Vögel können sich von flüssigem Nektar ernähren und haben dafür eine spezielle Schnabel- und Zungenform entwickelt. Kolibris benutzen ihre langgezogenen Schnäbel nicht, um den Nektar wie durch ein Rohr aufzusaugen, sondern um ihre speziell lange Zunge zu schützen. Diese Zunge ist am Ende wie eine Gabel gespalten und wird benutzt, um den Nektar in den Mund zu pumpen. Die Zunge ist so lang, dass sie weit aus dem Schnabel gestreckt werden kann, um an den Nektar in den Blüten zu gelangen. Bilder: CanStockPhoto, CanStockPhoto
Seihschnabel
Flamingos
Flamingos haben einen speziellen Schnabel entwickelt, um im Schlamm nach Nahrung suchen zu können. Um diesen speziellen Schnabel zu benutzen, wird er mit Wasser oder Schlamm gefüllt und dann schnell wieder geschlossen, so dass überschüssiges Wasser hinausgepresst wird. An den Seiten des Schnabels befinden sich Lamellen, in welchen die Nahrungspartikel hängen bleiben. Bilder: CanStockPhoto,MatthiasKabel/Wikimedia Commons, CC-Lizenz