Kleines Lexikon der Medizin

Am liebsten wären wir immer gesund und fit, aber wer kennt das nicht: eine Erkältung oder leichte Verletzungen sind schnell passiert! Hier findest du ein kleines Lexikon der wichtigsten medizinischen Begriffe aus dem Alltag.
Akute und chronische Krankheiten
Dunkelhäutige Frau mit Blutzuckermessgerät
Wenn eine Krankheit akut ist, dann tritt sie plötzlich auf und dauert nur relativ kurz, wie zum Beispiel eine Grippe. Chronische Krankheiten sind über einen längeren Zeitraum aktiv, oft bis ans Lebensende, da man sie nicht oder nur schwer heilen kann. Ein Beispiel für eine chronische Krankheit ist Diabetes Mellitus Typ 1, bei der der Körper nicht mehr genug Insulin herstellen kann. Insulin ist ein Hormon, das kontrolliert, wie der Zucker im Körper verteilt ist. Bei zu wenig oder zu viel Zucker im Blut wird es gefährlich für den Körper. Daher müssen Erkrankte regelmässig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren; heutzutage kann man das mit einem Tropfen Blut und einem einfachen Testgerät zuhause. Wenn nötig, müssen sie sich Insulin spritzen. CanStockPhoto
Allergie
Junge sitzt vor einem grünen Gehölz und schnäuzt sich
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Körpers übertrieben auf einzelne Substanzen, die eigentlich harmlos sind. Bei Heuschnupfen reagiert der Körper auf Pollen von Pflanzen mit Schnupfen, Niesen und geröteten Augen. Viele Menschen leiden auch unter Allergien auf Lebensmittel wie Nüsse, bestimmte Gewürze oder Obstsorten. Ausserdem gibt es viele weitere Allergien, zum Beispiel auf Hausstaub, Schimmelpilze, Medikamente oder Tierhaare. Die Symptome einer Allergie können unterschiedlich sein, ein paar von ihnen sind Schwellungen, Atemnot, Pickel oder Bauchschmerzen. Wie genau Allergien entstehen und warum heute immer mehr Menschen Allergien haben, wird noch erforscht. CanStockPhoto
Antibiotikum
Agarplatte mit Antibiotikaplättchen, um die herum durchsichtige, unbewachsene Hemmhöfe sichtbar sind
Ein Antibiotikum ist eine Substanz, die schon in kleinen Mengen Bakterien abtötet oder ihr Wachstum hemmt. In der Natur stellen verschiedene Lebewesen wie Pilze oder Bakterien Antibiotika her. Andere Antibiotika wurden vom Menschen entwickelt, sie werden im Labor produziert. Als erstes Antibiotikum entdeckte Alexander Fleming im Jahr 1928 zufällig das Penicillin. Heute gibt es Tausende bekannte Antibiotika, von denen etwa 80 bei Erkrankungen angewendet werden. Auf dem Bild sieht man eine von Bakterien bewachsene Platte mit einem Nährmedium. Die Bakterien wachsen überall ausser in den Kreisen um die weissen Plättchen, weil diese jeweils ein Antibiotikum enthalten. CanStockPhoto
Antikörper
Kolorierte Computergrafik eines Stäbchenbakteriums, das von 5 Antikörpern besetzt wird
Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem des Körpers hergestellt werden, um Krankheitserreger und andere Fremdkörper zu bekämpfen. Jeder Antikörper hat eine bestimmte Form, die nur eine Sorte Krankheitserreger oder Fremdkörper bekämpfen kann. Das ist wie mit einem Türschloss: Es braucht genau den richtigen Schlüssel, um das Schloss zu öffnen. Auf der Zeichnung sind Antikörper dargestellt, die sich gerade auf einer Bakterienzelle festsetzen. CanStockPhoto
Autoimmunkrankheit
Arm eines Jungen, auf dem ein Hautekzem sichtbar ist, das er mit Creme einreibt
Bei einer Autoimmunkrankheit ist das Immunsystem gestört, so dass es auf Stoffe des eigenen Körpers reagiert und ihn angreift. Je nach Krankheit sind unterschiedliche Organe betroffen. Ein Beispiel ist die Schuppenflechte, bei der sich die Haut entzündet (es können aber auch andere Organe betroffen sein). Autoimmunkrankheiten können durch angeborene Faktoren entstehen oder durch Einflüsse aus der Umwelt, etwa durch Infektionen. CanStockPhoto
Blutbild
Arm eines jungen Mannes, dem beim Arzt Blut abgenommen wird
Ein Blutbild fasst die Ergebnisse eines Bluttests zusammen. Bei einem Bluttest werden die verschiedenen Bestandteile des Blutes untersucht. Dazu gehören die roten Blutkörperchen, die weissen Blutkörperchen oder der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Ergebnisse des Bluttests können Hinweise auf Erkrankungen geben. CanStockPhoto
Desinfektion und Sterilisation
Blondes Schulkind mit Hygienemaske, das sich die Hände desinfiziert
Um uns vor Infektionen zu schützen, können wir Krankheitserreger abtöten, bevor sie in unseren Körper eindringen und uns krank machen. Bei der Desinfektion werden über 99.9% alle Keime entfernt, zum Beispiel wenn wir unsere Hände richtig mit Desinfektionsmittel einreiben. Ein kleiner Teil der Keime überlebt zwar, doch eine Infektionsgefahr besteht dann nicht mehr. Bei der Sterilisation werden 100% aller Keime abgetötet. Dafür werden zum Beispiel Wasserdampf und hoher Druck verwendet. Medizinische Instrumente werden so etwa vor einer Operation sterilisiert. Vor allem in Krankenhäusern ist es wichtig, Infektionen zu verhindern. Andrerseits ist es für gesunde Kinder jedoch wichtig, mit verschiedenen Keimen in Kontakt zu kommt, damit sich ihr Immunsystem richtig entwickelt. Schutzmasken und ständiges Desinfizieren der Hände sind deshalb nur angebracht, wenn die Gefahr einer Ansteckung für die Kinder oder die Personen in ihrer Umgebung besonders gross ist. CanStockPhoto
Eiter
Auge mit brauner Pupille, am oberen Augenlid ein kleiner Abszess
Eiter kann um die Stelle einer Infektion herum entstehen. Er ist eine gelbliche Flüssigkeit, die unter anderem aus abgestorbenen Körperzellen und schädlichen Bakterien besteht. Der Eiter ist in einer Art Kapsel gefangen. So verhindert der Körper, dass sich die Bakterien ausbreiten und den ganzen Körper befallen. Kleine Eiterknöllchen entstehen manchmal auch bei Infektionen am Augenlid. CanStockPhoto
Epidemie und Pandemie
Globus mit Schutzmaske auf einem Tisch
Wenn in einem bestimmten Zeitraum und in einem bestimmten Gebiet viele Menschen eine bestimmte Krankheit bekommen, wird dies Epidemie genannt. Wenn sich die Krankheit auf der ganzen Welt ausbreitet, nennt man sie eine Pandemie. Die Krankheit COVID-19 wurde Ende 2019 entdeckt. Im Januar 2020 wurde sie zu einer Epidemie in China. Im März 2020 wurde sie von der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell zur Pandemie erklärt. CanStockPhoto
Fieber
Dunkelhäutiges Mädchen im Bett mit Fieberthermometer
Wenn unser Körper seine Temperatur erhöht, um Krankheiten zu bekämpfen, nennt man das Fieber. Unsere normale Körpertemperatur liegt bei ungefähr 37 °C. Je nach Person kann sie etwas höher oder niedriger sein. Kinder haben allgemein eine etwas höhere Temperatur als Erwachsene. Ab 38 °C spricht man von leichtem Fieber, mehr als 39 °C nennt man hohes Fieber. Die erhöhte Temperatur hilft dem Immunsystem des Körpers, Krankheitserreger zu bekämpfen. CanStockPhoto
Hormone
Junge mit seinem Vater in voller Fahrt auf einer Sommerrodelbahn im Wald
Hormone sind Stoffe, die im Körper hergestellt werden und Informationen innerhalb des Körpers übermitteln. Ein Beispiel ist das Stresshormon Adrenalin. Es wirkt in grossen Stresssituationen, zum Beispiel wenn wir ein plötzliches Geräusch hören, das auf eine Gefahr hindeutet (wie eine Explosion oder einen möglichen Einbrecher). Das Adrenalin hilft dem Körper, sich auf eine schnelle Reaktion vorzubereiten: entweder auf einen Kampf oder auf eine Flucht. Unter anderem steigt dann der Blutdruck, und das Herz schlägt schneller. Manchmal empfinden wir es auch als angenehm, wenn der Körper Adrenalin produziert, zum Beispiel auf einer schnellen Rodelbahn! CanStockPhoto
Immunität
Vektorgrafik im Comic-Stil: Weisses Blutkörperchen vertreibt Krankheitserreger
Immunität bedeutet, dass man von bestimmten Krankheitserregern oder Giften nicht krank werden kann. Man kann entweder nach einer Erkrankung oder nach einer Impfung immun sein. Bei dieser Art von Immunität spielen die weissen Blutzellen des Immunsystems eine grosse Rolle. Gegen manche Krankheiten ist man auch von Geburt an immun, zum Beispiel weil die „Angriffsstelle“ für den Erreger im Körper fehlt. CanStockPhoto
Immunsystem
Illustration des menschlichen Körpers, Organe des Immunsystems beschriftet
Das Immunsystem ist das biologische Abwehrsystem von Lebewesen gegen Krankheitserreger. Es besteht aus vielen verschiedenen Organen, Zellen und Substanzen, die zusammenarbeiten. Das Immunsystem kann eingedrungene Krankheitserreger, andere fremde Schadstoffe und fehlerhafte eigene Zellen bekämpfen und entfernen. CanStockPhoto, deutsch von Redaktion SimplyScience.ch
Impfung
Mädchen mit dunklen Haaren, das eine Impfung in den Oberarm bekommt
Eine Impfung hat das Ziel, uns vor Krankheiten zu schützen. Meist wird der Impfstoff mit der Spritze verabreicht, es gibt aber auch Impfungen zum Schlucken. Ein Impfstoff gegen übertragbare Krankheiten enthält meistens tote oder abgeschwächte Krankheitserreger. Sie bewirken, dass der Körper sein Immunsystem aktiviert und Antikörper bildet, ohne dabei aber krank zu werden. Bestimmte weisse Blutzellen entwickeln sich nach der Impfung zu sogenannten Gedächtniszellen. Mit ihrer Hilfe kann der Körper sofort reagieren und den Ausbruch der Krankheit verhindern, falls wir uns später wirklich mit den Krankheitserregern anstecken. Manche Impfungen halten ein Leben lang, andere müssen wiederholt werden. CanStockPhoto
Infektion und Entzündung
Blutende Spuren eines Bisses auf heller Haut
Eine Infektion ist nicht dasselbe wie eine Entzündung: Infektionen sind immer mit einer Entzündung verbunden, aber Entzündungen gibt es auch ohne Infektion. Bei einer Infektion gelangen Krankheitserreger in den Körper und sorgen für eine Entzündung. Eine Entzündung kann aber auch die Reaktion des Körpers auf Verletzungen sein, ohne dass dabei Krankheitserreger im Spiel sind. Dazu drei Beispiele: Bei einer Erkältung (Infektion) entzünden sich die Schleimhäute in der Nase und in den Atemwegen der Lunge. Nach einem Hundebiss kommt es häufig zu einer Entzündung, weil Krankheitserreger in die Verletzung geraten. Bei einer Prellung kommt es jedoch ebenfalls zu einer roten, schmerzhaften Schwellung, obwohl keine Keime eingedrungen sind, da unter der Haut eine Entzündungsreaktion abläuft. CanStockPhoto
Inkubationszeit
Vektorgrafik eines Kalenders, daneben zwei stilisierte Coronaviren in rot
Wenn man sich mit einem Krankheitserreger ansteckt, dauert es immer eine Weile, bevor man sich krank fühlt und Symptome zeigt. Dieser Zeitraum wird Inkubationszeit genannt. Je nach Krankheit und Person ist sie unterschiedlich. Bei der Grippe oder einer Erkältung dauert es meistens nur 1 bis 4 Tage von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen. Wenn jemand von einem wilden Tier gebissen wird, das Tollwut hat, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis die Person krank wird. CanStockPhoto
Koma
Ältere Frau am Spitalbett eines älteren Mannes
Ein Mensch, der im Koma liegt, ist bewusstlos und nicht ansprechbar und reagiert nicht mehr auf äussere Reize wie Geräusche oder Berührungen. Ein Koma kann die Folge von verschiedenen Krankheiten, Vergiftungen oder Verletzungen sein. Bei schweren Verletzungen und Erkrankungen werden Patientinnen und Patienten im Spital manchmal auch in ein künstliches Koma versetzt, so dass sie das Bewusstsein verlieren, keine Schmerzen mehr spüren und sich nicht bewegen. Dies soll den Körper entlasten und ihn bei der Heilung unterstützen. CanStockPhoto
Krankheitserreger, Keime und Pathogene
Vektorgrafik einer Lupe mit stilisierten bunten Mikroorganismen
Die Begriffe Krankheitserreger, Keime und Pathogene werden oft für das Gleiche verwendet: Es sind winzige Lebewesen oder andere Erreger, die uns Menschen oder andere Lebewesen befallen und ihnen schaden können. Krankheitserreger können unter anderem Bakterien, Pilze oder Tiere wie Würmer oder Läuse sein. Auch Viren sind Krankheitserreger, sie gehören aber nicht zu den Lebewesen. Viren können sich nämlich nicht ohne einen „Wirt“ vermehren, das können sie nur mit Hilfe der Zellen von Lebewesen. CanStockPhoto
Kruste einer Wunde
Knie mit eingetrockneten Blutspuren
Wenn man hinfällt und sich das Knie aufschlägt, so dass es blutet, entsteht auf der Wunde nach einer Weile eine Kruste. Diese besteht unter anderem aus Blut, Resten von Körperzellen und Proteinen. Die Kruste schützt davor, dass Krankheitserreger in den Körper gelangen, und darunter kann die Haut heilen. CanStockPhoto
Prellung, Hämatom und blauer Fleck
Aufnahme eines Vorderfusses mit gebrochenem, blutunterlaufenem zweiten Zeh
Eine Prellung ist eine oberflächliche Verletzung, bei der die Haut nicht beschädigt wird. Das heisst, dass man auch nicht blutet. Das passiert zum Beispiel, wenn man sich den Kopf stösst oder etwas Schweres auf den Zeh fallen lässt. Dabei wird das Gewebe gequetscht. Durch die Prellung entsteht oft ein Hämatom. Dabei werden Blutgefässe unter der Haut verletzt, und Blut sammelt sich an. Das ist dann sichtbar als blauer Fleck. CanStockPhoto
Schleim
Vektorgrafik eines menschlichen Profils, die Schleimproduktion der Nase wird als
An verschiedenen Stellen produziert ein gesunder Körper Schleim, zum Beispiel um Organe vor Austrocknung, Krankheitserregern oder Schadstoffen zu schützen. Aber auch bei Krankheiten, etwa während einer Erkältung, produziert der Körper extra Schleim, um Viren loszuwerden. Das passiert zum Beispiel in den Bronchien und in der Nase (die im Bild als „Schleimfabrik“ dargestellt wird). Der Schleim wird dann durch Husten und Schnäuzen aus dem Körper entfernt. CanStockPhoto
Schwellung nach einem Insektenstich
Quaddel eines Insektenstichs auf heller Haut
Mückenstiche oder andere Insektenstiche jucken nicht nur und werden rot, sondern verursachen oft auch Schwellungen. Das liegt am Gift, das die Insekten in die Haut „spritzen“, wenn sie stechen oder beissen. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. CanStockPhoto
Symptom
Fünf Illustrationen im Comic-Stil eines Jungen mit verschiedenen Krankheitssymptomen
Ein Symptom ist ein Krankheitszeichen. Viele Symptome wie Husten, Fieber, Schmerzen oder Übelkeit spürt die kranke Person direkt, andere erkennt die Ärztin oder der Arzt. Je nach Person können bei derselben Krankheit unterschiedliche Symptome auftreten. Wenn jemand typische Symptome der Krankheit zeigt, sagt man: Die Person ist „symptomatisch erkrankt“. Ein „asymptomatischer“ Krankheitsverlauf ist es dann, wenn die Person keine Symptome feststellt. CanStockPhoto
Vitamine
Grafische Illustration verschiedener Lebensmittel mit hohem Vitamingehalt
Vitamine sind Mikronährstoffe, die für uns Menschen und auch andere Tiere lebensnotwendig sind. Sie geben uns keine Energie, wie das Kohlenhydrate oder Fette tun, erfüllen aber andere wichtige Funktionen im Körper. Vitamine sind zum Beispiel für unser Immunsystem und für die Verwertung von Nahrung wichtig, bei einem Mangel werden wir krank. Von den 13 Vitaminen kann unser Körper nur zwei selbst herstellen: Zum Beispiel kann der Körper einen bestimmten Vorläuferstoff in Vitamin D umwandeln, aber die Haut braucht dafür genügend Sonnenlicht. Die anderen Vitamine müssen wir über das Essen aufnehmen. CanStockPhoto