Giftpilze

Weisser Knollenblätterpilz
Der weisse Knollenblätterpilz enthält Amatoxine als tödliches Gift. Bei einer Vergiftung werden nach einer scheinbaren Besserung Nieren und Leber unheilbar geschädigt. Besonders die jungen Pilze mit noch halb geschlossenem Hut können mit Champignons verwechselt werden. Im Flachland ist er selten anzutreffen, dagegen verbreitet im Gebirge und in Nordeuropa.
Bild: Julien Thurion/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Kahler Krempling
Früher als essbar angesehen, gilt dieser Pilz heute als giftig. Es kann nämlich im menschlichen Körper zu einer Reaktion mit Antikörpern im Blut kommen, die anschliessend rote Blutkörperchen beschädigen. Ausserdem enthält der Pilz Hämolysine und Hämagglutinine, die wiederum direkt die roten Blutkörperchen angreifen. Diese Reaktionen sind individuell und können bei einem Verzehr auch ausbleiben, weshalb der kahle Krempling früher nicht zu den Giftpilzen gezählt wurde. Bild: Strobilomyces/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Fliegenpilz
Der berühmteste und auffälligste Giftpilz ist nicht ausserordentlich giftig – aber auch nicht harmlos! Es kommt sehr selten zu Todesfällen. Die im Fliegenpilz enthaltene giftige Ibotensäure wird im Stoffwechsel zum noch giftigeren Muscimol umgewandelt. Muscimol bewirkt ab einer aufgenommenen Menge von 6 mg (diese kann in einem einzigen Fliegenpilz enthalten sein) beim Menschen Halluzinationen, Delirium, Muskelkrämpfe und Schläfrigkeit. In höheren Dosen kann es zum Tod führen. Wiederholter Verzehr von Fliegenpilz ist sehr schädigend für das Gehirn. Bild: Onderwijsgek/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Pantherpilz
Der Pantherpilz ist mit dem Fliegenpilz und dem weissen Knollenblätterpilz verwandt. Seine Wirkung auf den Menschen entspricht dem Fliegenpilz, da er auch Ibotensäure bzw. Muscimol enthält. Bild: Strobilomyces/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
(Kirschroter) Speitäubling
Verschiedene giftige Inhaltsstoffe führen zu Bauchschmerzen und Brechdurchfall und bei grösserem Verzehr zu Krämpfen und Koma. Der Speitäubling ist sehr verbreitet und kommt weltweit vor. Es sind nicht alle Täublinge giftig, so dass die Gefahr besteht, dass er mit dem essbaren Speisetäubling verwechselt wird. Bild: Piotr J/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Grüner Knollenblätterpilz
Der Grüne Knollenblätterpilz ist für rund 90 Prozent der Pilzvergiftungen mit Todesfolge verantwortlich. Seine Giftigkeit „verdankt“ er Peptiden (also kleinen Proteinen), die Amatoxine und Phallotoxine genannt werden. Die tödliche Dosis von Amatoxinen liegt bei nur ca. 0,007 Gramm. Somit kann bereits ein einzelner Pilz tödlich sein. Wenn nach einigen Stunden die ersten Symptome wie Brechdurchfall auftreten, ist es meist schon zu spät. Die Leber wird durch das Gift so stark geschädigt, dass als Rettung oft nur eine Lebertransplantation in Frage kommt. Ansonsten kann der Tod durch Leberversagen eintreten, meist etwa zehn Tage nach dem Verzehr der Pilze. Bild: Archenzo/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Ziegelroter Risspilz
Der ziegelrote Risspilz ist ein gefährlicher Giftpilz mit einem hohen Gehalt des giftigen Alkaloids Muscarin (ca. 0.037 %). Bereits 40 Gramm Pilz können für eine tödliche Dosis ausreichen. Muscarin führt zu Schweissausbrüchen, Durchfall und Erbrechen sowie zu einem Kreislaufkollaps. Über eine Herzlähmung kann es zum Tod führen, da es Muskeln auch im Herz zu einer Dauerreizung zwingen kann. Der Ziegelrote Risspilz kann als junger Pilz leicht mit dem Champignon verwechselt werden. Bild: Andreas Kunze/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Dickschaliger Kartoffelbovist
Der Verzehr grösserer Mengen von Kartoffelbovisten führt zu Ohnmachtsanfällen. Die giftigen Stoffe sind nicht bekannt. Eine Vergiftung kann jedoch, wie bei den meisten Pilzvergiftungen, durch sofortige Einnahme von Aktivkohle gelindert werden. Bild: Eric Steinert/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Dreifarbige Koralle
Es gibt neben den Korallen als Meereslebewesen auch Korallenpilze. Der Verzehr dieses Korallenpilzes führt zu Verdauungsstörungen, ist jedoch nicht tödlich. Der Giftstoff wurde bisher noch nicht identifiziert. Bild: Ernie/Wikimedia Commons
Frühjahrs-Giftlorchel
Die Substanz Gyromitrin macht die Giftlorchel so giftig: Sie führt zu Kopfschmerzen und Schwindel. Grössere Mengen, die bereits in einem einzelnen Pilz vorhanden sein können, führen zu einem Versagen der Leber und schliesslich zum Tod. Zusätzlich ist Gyromitrin bereits in geringeren Mengen krebserregend. Gekocht ist der Pilz weniger giftig, weshalb er in gewissen Gegenden sogar als Speisepilz gilt. Aber roh ist die Giftlorchel einer der giftigsten Pilze überhaupt. Bild: Severine Meissner/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Satans-Röhrling
Der Satans-Röhrling ist giftig, aber nicht tödlich. Er riecht unangenehm und ist bereits in geringen Mengen giftig. Er löst in kurzer Zeit Durchfall und Erbrechen aus. Bild: Archenzo/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Riesen-Rötling
Der Riesen-Rötling kann mit mehreren essbaren Pilzen verwechselt werden, wie z.B. Nebelkappe, Mai-Ritterling oder Mehlräsling. Eine Vergiftung zeigt sich durch Bauchschmerzen, Durst, Erbrechen und allgemeine Schwäche. Die Symptome werden durch verschiedene, möglicherweise auch unbekannte Stoffe ausgelöst und können bis zu zwei Tage anhalten. Es kam auch schon zu Todesfällen. Bild: Archenzo/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Spitzgebuckelter Raukopf
Der Spitzgebuckelte Raukopf enthält das Nierengift Orellanin und gehört zu den giftigsten Pilzen Mitteleuropas. Über Nierenschmerzen, Versiegen der Urinproduktion und Kopfschmerzen führt die Einnahme von Orellanin zu Nierenversagen, da es die Synthese von Proteinen, RNA und DNA behindert. Bild: Eric Steinert/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Faltentintling
Der Faltentintling ist jung essbar, aber in Kombination mit Alkohol giftig. Das Pilzgift Coprin blockiert den Abbau von Alkohol, was zu einer Anreicherung von Acetylaldehyd im Körper führt und dadurch Schweissausbrüche und eine lila Verfärbung der Haut bewirkt. Ohne Alkohol ist Coprin, welches auch in anderen Pilzen vorkommt, unschädlich. Bild: Strobilomyces/Wikimedia Commons, CC-Lizenz
Weisser Büschelrasling
Der weisse Büschelrasling wird manchmal als essbar bezeichnet. Gewisse Inhaltsstoffe wie Connatin können jedoch mutagen wirken, indem sie die DNA-Synthese hemmen. Bild: Ernie/Wikimedia Commons